Der Umfang ist "sehr empörend" Rüstungskritiker: Saudi-Deal ist größer als Kriegswaffenexporte 2009

Kirchenvertreter kritisieren das geplante Panzergeschäft mit Saudi-Arabien scharf. Bei dem Verkauf würden zum einen die deutschen Rüstungsexportrichtlinien ausgehebelt, sagte Gertrud Casel von der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd in Bonn. Zum anderen sei der Umfang "sehr empörend".

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Rüstungskritiker: Saudi-Deal ist größer als Kriegswaffenexporte 2009

Bonn (dapd). Kirchenvertreter kritisieren das geplante Panzergeschäft mit Saudi-Arabien scharf. Bei dem Verkauf würden zum einen die deutschen Rüstungsexportrichtlinien ausgehebelt, sagte Gertrud Casel von der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd in Bonn. Zum anderen sei der Umfang "sehr empörend": Die von Experten veranschlagte Summe des Panzerdeals von 1,7 Milliarden Euro übersteige deutlich den Gesamtwert der 2009 aus Deutschland exportierten Kriegswaffen in Höhe von offiziell 1,34 Milliarden Euro.

Hintergrund ist die geplante Lieferung von 200 "Leopard"-Kampfpanzern an Saudi-Arabien. Der Golfstaat wird von der kirchlichen Organisation als "kritisch" eingestuft. Die Menschenrechtslage sei sehr schlecht und es gebe interne Gewaltkonflikte. 2009 lag der Wert deutscher Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien laut GKKE bei 167,9 Millionen Euro.

dapd