Für alle, die keinen Riester-Vertrag abschließen dürfen, gibt es eine Alternative: die Rürup-Rente. Vor allem Selbstständige und Freiberufler können so steuerbegünstigt Geld für das Alter ansparen. Die Stiftung Warentest hat 76 Angebote untersucht und sechs für "sehr gut" befunden.
Rürup-Rente: Altersvorsorge für Selbstständige
Erstmals hat die Zeitschrift "Finanztest" klassische Rürup-Rentenversicherungen untersucht und "sehr gute" Angebote für Selbstständige, Beamte und gutverdienende Angestellte gefunden, aber auch große Leistungsunterschiede bei den einzelnen Anbietern.
Der 40-jährige männliche Modellkunde von Finanztest wollte jährlich 6.000 Euro in die Rürup-Rentenversicherung einzahlen. Rentenbeginn sollte mit 65 Jahren sein. Bei der CosmosDirekt bekommt er eine garantierte Rente von 821 Euro im Monat, bei der Barmenia sind es bei gleicher Einzahlungsleistung nur 722 Euro. Wenn die Versicherungen so gut wirtschaften wie in den vergangenen Jahren, erhöht sich die Rente durch Überschüsse bei der Cosmos auf 1.284 Euro, bei der Barmenia hingegen nur auf 1.038 Euro. Rechnet man diese Zahlen auf 25 Jahre Rentenbezug hoch, kommen Differenzen von fast 30.000 Euro bei der garantierten Rente und von über 70.000 Euro bei den prognostizierten Werten zusammen.
Auch bei den Tarifen für Frauen führt die CosmosDirekt mit 741 Euro Garantierente das Testfeld an. Sehr gut bei der garantierten Rente sind auch Europa, WGV, HanseMerkur, Delta Loyd und mamax. Die Tester haben die garantierte Rentenhöhe mit 45 Prozent in ihr Qualitätsurteil einfließen lassen. Abbrechen kann teuer werden.
Hohe Steuerersparnisse
Im Vergleich zur Riester-Rente, wofür es Zulagen vom Staat und Steuervorteile gibt, wird die Rürup-Rente nur steuerlich gefördert. Vor allem Selbstständige und Freiberufler, aber genauso gutverdienende Arbeitnehmer und Beamte profitieren in der Einzahlungsphase von Steuerersparnissen. Das Finanzamt erkennt die Steuervergünstigungen bis zur Höhe von 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.000 Euro für Ehepaare an und zieht dieses Jahr 66 Prozent als Sonderausgaben ab. Das sind bis zu 13.200 Euro für Singles, 26.400 Euro für Ehepaare. Der abzugsfähige Betrag steigt jedes Jahr um zwei Prozent bis im Jahr 2025 ganze 100 Prozent steuerfrei sind – bis zu den genannten Höchstbeträgen.
Dafür müssen künftige Rürup-Rentner einen je nach Rentenbeginn steigenden Anteil ihrer Rente versteuern. Wer zusätzliche Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder in ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlt, für den mindern sich die Abzugsbeträge für die Rürup-Rente entsprechend.
Für viele Selbstständige ist die Rürup-Rente die einzige Möglichkeit, steuerlich gefördert fürs Alter zu sparen. Doch auch für gutverdienende Angestellte und Beamte ist sie als Ergänzung zur privaten Altersvorsorge geeignet.
dhz
Video: Stiftung Warentest