90 Prozent der Handwerker gehen zuversichtlich in den Frühling. Die kleine Delle scheint vorbei zu sein.

Weil die EZB den Geldhahn aufgedreht hat, rechnen viele Ökonomen damit, dass die Wirtschaft der Eurozone in den kommenden Monaten merklich Fahrt aufnehmen wird. Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht für die deutschen Unternehmen. Wolkenlos ist die konjunkturelle Großwetterlage aber beileibe nicht, dafür sind die Wachstumsaussichten in Ländern wie Brasilien, China und Russland zu gedämpft.
Solche Umstände sind nicht geeignet, die Investitionstätigkeit anzukurbeln. Auf der anderen Seite erhält die Binnennachfrage weiter kräftige Impulse aus dem Lager der Konsumenten und der Bauherren.
Vor allem Letzteres hatten die Handwerker wohl vor Augen, als sie Ende März eine Konjunkturvorschau ablieferten:
- Neun von zehn Befragten der Umfrage rechnen mit guten oder zufriedenstellenden Geschäften in den Frühlingsmonaten.
- 86 Prozent kalkulieren mit steigenden oder gleichen Umsätzen.
- Zwölf Prozent stellen die Weichen auf Personalzuwachs.
Sicher sind darunter auch schon Betriebe, die Ersatz brauchen für Arbeitnehmer, welche die "Rente mit 63" in Anspruch genommen haben. Damit verschärft sich der Fachkräftemangel, zumal in nachfragestarken Zeiten und angesichts der Schwierigkeiten bei der Heranbildung von Nachwuchs.
Im Baugewerbe vermisst man zwar Anstöße vom Wirtschaftsbau, doch dürfte der Aufwärtstrend bei der Genehmigung neuer Wohnungen dies und auch die Zurückhaltung der öffentlichen Hand ausgleichen. Im SHK-Handwerk fürchtet man, dass renovierungswillige Kunden weiter auf eine steuerliche Begünstigung hoffen und mit dem Kauf einer neuen Heizung warten.
Mit hoher Wertschätzung kann das Lebensmittelhandwerk rechnen. Die Bundesbürger nehmen gerne Zwischenmahlzeiten zu sich, am liebsten beim Bäcker; das hat auch eine neue Verbraucherstudie ("Snack-Barometer") gezeigt. Generell sind die Aussichten für alle konsumnahen Handwerksbereiche weiterhin günstig. we/los