Studie Rückenschmerzen: Milliardenverluste für die Wirtschaft

Deutschlands Arbeitnehmer sind im Schnitt pro Jahr 12,8 Tage krank. Dieser Ausfall von Mitarbeitern kostet Unternehmen laut einer aktuellen Studie jährlich 129 Milliarden Euro.

Rückenschmerzen: Milliardenverluste für die Wirtschaft

Probleme mit dem Rücken und dem Bewegungsapparat sind dabei in 25 Prozent der Fälle Grund für die Krankschreibung. Durch verbesserte Gesundheitsvorsorge lassen sich die oft berufsbedingten Beschwerden nach der im Juni 2011 veröffentlichten Studie deutlich reduzieren.

3,8 Prozent aller Beschäftigten fehlen derzeit ständig krankheitsbedingt am Arbeitsplatz. Der höchste Wert seit fünf Jahren. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin summiert sich dies pro Jahr in der gesamten deutschen Wirtschaft auf rund 460 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage.

Nach Daten des statistischen Bundesamtes kostet ein Krankheitstag je nach Branche zwischen 130 und 180 Euro, im Maschinenbau muss man sogar mit 200 Euro rechnen. Das macht bei einer Rückenerkrankung mit durchschnittlich 16 Tagen Ausfallzeit zwischen 2.080 und 2.880 Euro. Die Tendenz dieser Entwicklung ist weiter steigend.

50 Prozent weniger Fehlzeiten durch Prävention

Laut der im Juni 2011 veröffentlichten Burda-Studie kostet der durch Fehlzeiten bedingte Ausfall von Mitarbeitern einen Betrieb pro Beschäftigten jährlich 1.197 Euro. Durch die Einführung von Gesundheitsangeboten und Präventionsmaßnahmen können Unternehmer die Fehlzeiten um 30 bis 50 Prozent senken, schätzt etwa die Berufsgenossenschaft Feinmechanik und Elektrotechnik. Ein Wert, der sich weitgehend auf alle Berufsgruppen mit einseitiger körperlicher Belastung übertragen lässt.

Die Krankheitsquote aufgrund von Rücken- und Gelenkerkrankungen ist nach Branchen sehr unterschiedlich:

Im Bau- und Bauausbaugewerbe liegt der Anteil der Rücken- und Gelenkerkrankungen am Gesamtkrankenstand heute bei rund 28 Prozent und die Dauer der krankheitsbedingten Abwesenheit mit 15,1 Tagen pro Jahr deutlich über dem Durchschnitt von 12,8 Tagen.

Im Elektro- und Metallgewerbe erreicht der Anteil der Rücken- und Gelenkerkrankungen am Gesamtkrankenstand nach letzten verfügbaren Zahlen der IKK fast 30 Prozent. Nach einer Krankenkassenstudie klagen fast 70 Prozent aller Facharbeiter im Elektrohandwerk über Rückenschmerzen, 64 Prozent über häufige Schulter- und Nackenbeschwerden.

Mit 26 Prozent liegt der Anteil der Ausfallzeiten durch Erkrankungen des Bewegungsapparats entsprechend hoch und die Zahl der Krankheitstage pro Jahr mit 13,6 deutlich über dem Durchschnitt von 12,8 Tagen.

In Betrieben des Glas, Papier und Keramik verarbeitenden Gewerbes haben Rücken- und Gelenkerkrankungen am Gesamtkrankenstand nach letzten verfügbaren Zahlen der IKK einen Anteil von fast 30 Prozent.

Im Fliesenlegerhandwerk sind Rücken- und Gelenkerkrankungen in nahezu 40 Prozent aller Fälle für Krankschreibungen verantwortlich. Die Dauer der krankheitsbedingten Abwesenheit vom Arbeitsplatz liegt mit 19,1 Tagen pro Jahr deutlich über dem Durchschnitt von 12,8 Tagen.

Im Holz verarbeitenden Gewerbe liegt der Anteil der Rücken- und Gelenkerkrankungen am Gesamtkrankenstand nach letzten verfügbaren Zahlen der IKK bei rund 30 Prozent.

In Betrieben der Bekleidungs-, Textil- und Lederverarbeitung sind Rücken- und Gelenkerkrankungen laut IKK zu 28 Prozent für Krankschreibungen verantwortlich.

In Betrieben des Nahrungsmittelgewerbes, liegt der Anteil der Rücken- und Gelenkerkrankungen am Gesamtkrankenstand ebenfalls laut IKK bei rund 28 Prozent, in Fleisch verarbeitenden Betrieben sogar bei fast 37 Prozent.

Nach einer Krankenkassenstudie klagen heute 27 Prozent der Augenoptiker über Schulter- und Nackenbeschwerden, 23 Prozent haben Probleme mit Rückenschmerzen.

Friseure und Kosmetiker bleiben pro Jahr durchschnittlich an 17 Tagen krankheitsbedingt zu Hause. Identische Werte gelten für Mitarbeiter des Reinigungsgewerbes.

dhz