"Man kann den Teufel Atomkraft nicht mit dem Beelzebub Kohle austreiben" Roth kritisiert Koalitionspläne für AKW-Reserven

Grünen-Parteichefin Claudia Roth hat die Pläne der Koalition für das Vorhalten mehrerer Atomkraftwerke als "kalte Reserve" kritisiert. Das Vorhaben widerspreche den Zusagen, die alten Kraftwerke abzuschalten, sagte Roth am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Das ist eine Standbye-Nummer". Atomkraftwerke komplett stillzulegen und sie dann kurzfristig wieder anzuschalten, sei nicht möglich.

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Roth kritisiert Koalitionspläne für AKW-Reserven

Berlin (dapd). Grünen-Parteichefin Claudia Roth hat die Pläne der Koalition für das Vorhalten mehrerer Atomkraftwerke als "kalte Reserve" kritisiert. Das Vorhaben widerspreche den Zusagen, die alten Kraftwerke abzuschalten, sagte Roth am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Das ist eine Standbye-Nummer". Atomkraftwerke komplett stillzulegen und sie dann kurzfristig wieder anzuschalten, sei nicht möglich.

Nach wie vor seien zudem viele Fragen ungeklärt, so etwa die Suche nach einem weiteren Endlager. "Da höre ich nichts Neues", sagte Roth. Bislang werde nur Gorleben als Endlager erkundet.

Wer aus der Atomenergie aussteigen wolle, müsse darüber hinaus auch diskutieren, wie der Einstieg in die erneuerbaren Energien vorangetrieben werden könne. Sollten Engpässe entstehen, befürchte sie, "dass wir in die Kohle reinkommen". Es sollte aber nicht nur um den Atomausstieg gehen, sondern auch um den Klimaschutz. "Man kann den Teufel Atomkraft nicht mit dem Beelzebub Kohle austreiben", sagte Roth.

Die schwarz-gelbe Koalition einigte sich in der Nacht zu Montag auf einen Fahrplan zum Atomausstieg. Demnach soll bis 2021 das Gros der deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Die letzten drei Anlagen sollen 2022 vom Netz gehen. Bis dahin sollen sie als sogenannte Kaltreserve für eventuelle Energieengpässe bereitstehen.

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