Verdienstgrenze für Fachkräfte soll drastisch sinken Rösler will Zuwanderung erleichtern

Angesichts immer neuer Klagen über Fachkräftemangel will Wirtschaftsminister Philipp Rösler die Zuwanderung erleichtern. Das vorgeschriebene Mindestgehalt müsse von derzeit 66.000 Euro auf 40.000 Euro pro Jahr gesenkt werden, sagte der FDP-Politiker am Dienstag nach einem Gespräch mit Wirtschaftsvertretern in Berlin.

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Rösler will Zuwanderung erleichtern

Berlin (dapd). Angesichts immer neuer Klagen über Fachkräftemangel will Wirtschaftsminister Philipp Rösler die Zuwanderung erleichtern. Das vorgeschriebene Mindestgehalt müsse von derzeit 66.000 Euro auf 40.000 Euro pro Jahr gesenkt werden, sagte der FDP-Politiker am Dienstag nach einem Gespräch mit Wirtschaftsvertretern in Berlin. Wer in Deutschland Ausbildung oder Studium absolviert hat, soll künftig auf Dauer hier arbeiten dürfen. Angesichts der Alterung der Gesellschaft sei "höchste Eile" geboten, sagte Rösler.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte vor "nennenswerten wirtschaftlichen Einbußen", sollte der Mangel an qualifizierten Fachkräften nicht verringert werden. Derzeit fehlten in Deutschland rund 140.000 Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker. Das seien 60.000 mehr als im Vorjahr. Konkret konnte Hundt die vermuteten Verluste nicht beziffern. Doch sprach er von einigen Milliarden Euro pro Jahr.

Auch der Verein Deutscher Ingenieure sieht den Technikstandort Deutschland wegen des Fachkräftemangels gefährdet. VDI-Direktor Willi Fuchs sprach von 69.000 fehlenden Ingenieuren. Da ab 2020 die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gingen, werde sich der Mangel noch verschärfen. Fuchs forderte eine "umfassende Bildungsstrategie", die neben Allgemeinbildung auch technisches Wissen vermitteln soll.

"Wir sind nicht überrannt worden"

FDP-Generalsekretär Christian Lindner rief auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf, die Zuwanderung von Fachkräften auf der Verwaltungsebene zu vereinfachen. Zum Beispiel könnte die Suche nach einem qualifizierten inländischen Bewerber nach vier Wochen automatisch für erledigt erklärt oder für einzelne Berufe ganz abgeschafft werden. "Dem sollte Frau von der Leyen sich widmen", mahnte Lindner.

Die befürchteten negativen Folgen der Öffnung für EU-Arbeitnehmer am 1. Mai seien ausgeblieben. "Wir sind nicht überrannt worden", sagte Lindner. Deshalb gehöre das Thema Fachkräftemangel nun erneut auf die Tagesordnung. Mittelfristig wolle die FDP die Zuwanderung über ein Punktesystem steuern.

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