Investitions-Gipfel Rösler will für Griechenland kein Geld ausgeben

Bundeswirtschaftsminister Rösler möchte der griechischen Wirtschaft auf die Beine helfen und dafür auch deutsche Investoren gewinnen. Der dafür einberufene Investitions-Gipfel mit Fachverbänden der deutschen Unternehmen ist jedoch ohne konkrete Beschlüsse geblieben.

"Es ging nicht um die Menge der Investitionen, sondern um die Frage, was man verbessern kann", sagte Rösler nach dem Treffen in Berlin. Foto: dapd

Rösler will für Griechenland kein Geld ausgeben

Deutschland wolle Griechenland vor allem beim Bürokratieabbau und Problemen bei der Finanzierung von Investitionen helfen. Ein solcher Strukturwandel passiere allerdings nicht "von heute auf morgen", sagte Rösler. Deutschland mache Angebote, und er habe das Gefühl, dass diese sehr gerne angenommen würden. Für August kündigte Rösler die Reise einer kleinen Delegation nach Griechenland mit dem Ziel eines Verwaltungsaustauschs an. Zudem werde es branchenspezifische Gespräche geben. "Wirtschaft wird auch über Zwischenmenschliches gemacht", sagte der Minister.

Zur Ankurbelung der Wirtschaft in Griechenland will Rösler jedoch "kein Geld in die Hände nehmen". Vielmehr sei es die Aufgabe der Politik, die Realwirtschaft zu stärken. Dies funktioniere nur durch verbesserte Strukturen. Hilfe brauche Griechenland auch bei der Suche nach Investoren. Zudem könne Deutschland seine Erfahrungen bei der mittelständischen Wirtschaftsstruktur zur Verfügung stellen. Das Thema Korruption sei beim Gipfel ebenfalls ein Thema gewesen.

Griechenland ist kein Entwicklungsland

Laut Rösler sieht die Wirtschaft die größten Potenziale "in den Bereichen Infrastruktur, Telekommunikation, erneuerbare Energien, Abfallwirtschaft und Gesundheit". Mit einem Entwicklungsland wollte der Wirtschaftsminister das von Schulden geplagte Griechenland nicht vergleichen, er zog jedoch Parallelen zu den Ostblockstaaten nach dem Mauerfall. "Der Strukturwandel dort hat gezeigt, dass ein Transformationsprozess der Wirtschaft erfolgreich möglich ist", sagte Rösler. Auf Zeitangaben, wie lange dieser dauern wird, wollte er sich nicht festlegen. "Es wäre unseriös, eine Zahl zu nennen. Wir machen uns an die Arbeit", sagte der Minister.

dapd