Die Konjunktur ist weiterhin im Aufwärtstrend und die Betriebe möchten neue Mitarbeiter einstellen. Doch es fehlt zunehmend an Nachwuchs und Fachkräften. Bundeswirtschaftsminister Rösler will deshalb die Hürden bei der Zuwanderung abbauen.
Rösler will Deutschland attraktiver machen
"Wir müssen jetzt dringend handeln und die Zuwanderung von Fachkräften deutlich erleichtern", sagte Rösler dem Magazin "Wirtschaftswoche". Dazu will er die Gehaltsschwelle von derzeit 66.000 Euro auf 40.000 Euro pro Jahr absenken. Rösler sagte, er wolle verhindern, dass internationale Spezialisten weiter einen Bogen um Deutschland machen. Die bisherigen Zuwanderungszahlen nannte er ernüchternd: "Bisher kommen gerade einmal rund 170 hoch qualifizierte ausländische Fachkräfte pro Jahr nach Deutschland."
Als Ziel für die künfitge Wirtschaftsentwicklung nannte Rösler die Vollbeschäftigung. Um dies zu erreichen, müsse Deutschland für Zuwanderer jedoch attraktiver werden. Eine Verdrängungsgefahr sehe er nicht, sagte der FDP-Bundesvorsitzende. Qualifizierte Zuwanderung sichere bereits vorhandene Arbeitsplätze in Deutschland und erschließe neue.
Problemfeld Ausbildungsmarkt
Aber nicht nur der Fachkräftemangel wird zunehmend zum Problem. Auch beim Nachwuchs fehlt es vielen Betrieben. So sind kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres rund 20.000 Ausbildungsstellen im Handwerk noch nicht besetzt. ZDH-Präsident Otto Kentzler mahnt deshalb, dass auch schwächere Schüler besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden müssten. Hier sollte mehr praxisnahe Berufsvorbereitung stattfinden und nicht nur schulische Maßnahmen der Arbeitsagenrturen.
dapd/dhz