Allgemeine Wirtschaftsdaten: Inflationsrate weiterhin hoch
Robuste Konjunktur
Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach wie vor im Aufwärtstrend.
Die weltweite Finanzkrise, der starke Euro und die drastischen Verteuerungen von Rohstoffen bremsen zwar den Konjunkturaufschwung, werden ihn aber nach unseren Erkenntnissen nicht abwürgen. Für 2008 prognostizieren die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten ein reales Brutt-Inlandsprodukt-Wachstum von 1,8 Prozent.
Beim privaten Verbrauch kommt der Erholungsprozess in den Handwerksbetrieben nur langsam in Gang. Einerseits sprechen die zunehmende Beschäftigung und die höheren Tariflohnsteigerungen dafür, dass die Privathaushalte mehr Geld ausgeben. Andererseits verdirbt ihnen die derzeitige Teuerungsrate die Kauflaune.
Alles in allem sollen im Bundesgebiet die Konsumausgaben 2008 um 0,8 Prozent klettern.
Die Investitionstätigkeit ist immer noch lebhaft. Allerdings wird erwartet, dass sich die Wachstumsrate der Ausrüstungsinvestitionen für 2008 im Vergleich zu den letzten beiden Jahren auf vier Prozent halbiert. Belastet wird die Investitionsbereitschaft durch die Eintrübung der Absatz- und Gewinnperspektiven. Zudem wurden aus verschiedenen Gründen Investitionen in das Jahr 2007 vorgezogen.
Die Exporte weisen nach wie vor eine beachtliche Performance auf. In den Monaten Januar und Februar legten die Ausfuhren um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis zu. In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) erhöhte sich der Export sogar um 12,5 Prozent. Im weiteren Jahresverlauf werden sich aber die Abschwächung der Weltkonjunktur und die Euro-Aufwertung dämpfend auf die außenwirtschaftliche Dynamik auswirken.
Die Preisentwicklung zeigte auch nach dem Jahreswechsel deutlich ansteigende Tendenz. Die allgemeine Inflationsrate erreichte im März 2008 mit 3,1 Prozent den zweithöchsten Wert seit 1994. Besonders für Strom, Gas und Kraftstoffe mussten die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Außerdem zogen die Preise für Nahrungsmittel kräftig an. Die Teuerung liegt damit weiter klar über der Zwei-Prozent-Marke der Europäischen Zentralbank, bei der sie Preisstabilität gewährleistet sieht.
Auf dem Arbeitsmarkt hielt die Besserung zu Jahresbeginn 2008 an. Das Stellenangebot der Unternehmen blieb auf hohem Niveau, so die Bundesagentur für Arbeit. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter angestiegen. Gleichzeitig ist die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl in den ersten drei Monaten erneut spürbar gesunken. Gegenüber dem Vorjahr wurden im März 617.000 oder 15 Prozent weniger Erwerbslose gezählt. Die Arbeitslosenquote verringerte sich damit von 9,9 auf 8,4 Prozent.