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Internetkriminalität in kleinen Betrieben Hacker-Angriffe: So viele Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer

Ob Trojaner, Ransomware oder Spyware – die Zahl der Cyberangriffe auf das Handwerk wächst. Doch insbesondere kleine Betriebe halten sich selbst nicht für ein interessantes Angriffsziel. Ein Trugschluss.

Drei von vier Handwerksunternehmen sehen sich keinem Risiko durch Cyberangriffe ausgesetzt. Ihre simple Begründung lautet: Sie sind zu klein, um in den Fokus von Internetkriminellen zu geraten. Weitere 68 Prozent der Unternehmen bewerten ihre eigenen Daten zudem als uninteressant für Hacker. 15 Prozent gehen zudem davon aus, dass ein Cyberangriff keinerlei Auswirkungen auf ihren Betrieb hätte. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Signal Iduna Gruppe für die 500 Handwerksunternehmen befragt wurden.

Fast jeder fünfte Betrieb schon betroffen

Die Zahlen erwecken den Anschein, dass gerade Kleinbetriebe das Thema Internetkriminalität immer noch unterschätzen und zu wenig Zeit und Geld in IT-Sicherheitsschulungen und -Schutzmaßnahmen investieren. Dabei wurde fast jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent) bereits Opfer eines Hackerangriffs. Oft führt ein erfolgreicher Angriff zu einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden und kann im schlimmsten Fall sogar die Existenz des Betriebs gefährden. Hinzu kommt der Reputationsschaden, der noch Jahre nachwirken kann, wenn bei einem Diebstahl Kunden- oder Mitarbeiterdaten abhandenkommen.

Besonders gefährlich für Handwerksbetriebe sind Ransomware und Spyware. Bei Ransomware handelt es sich um Schadcodes, die Dateien auf dem Rechner verschlüsseln, um den Handwerker zu erpressen. Hierbei ist häufig der Online-Terminkalender das Ziel des Angriffs. Die Folge sind meist hohe Betriebsausfallkosten. Im Fall eines Spyware-Angriffs spähen Spionage-Programme beispielsweise Passwörter aus und verschicken diese an Hacker, die dadurch die Möglichkeit erhalten, sich in den Betriebs-Computer einzuloggen und herauszufinden, wann welcher Handwerker nicht zu Hause ist, um einen Einbruch zu planen. Der Handwerker erleidet einen hohen persönlichen und finanziellen Schaden.

Passwörter und E-Mails als Schwachstelle erkannt

Immerhin 81 Prozent der befragten Betriebe identifizieren als größte Gefahrenquelle schwache Passwörter sowie geschäftliche E-Mails, in denen versehentlich schadhafte Anhänge heruntergeladen werden. Die Vorkehrungen der Betriebe beschränken sich in der Regel jedoch auf Anti-Viren Software, Firewalls und regelmäßige Updates, die wichtig sind aber Angriffe nicht immer ausreichend verhindern können.

Andreas Reinhold, Bereichsleiter Sach-/Haftpflichtversicherung der Signal Iduna Gruppe, sagt zu den Ergebnissen der Befragung: "Wie unsere Studie deutlich zeigt, ist Cyberkriminalität im Handwerk lange keine Seltenheit mehr. Die Bandbreite der Gefahren ist groß, die Folgen können besonders für kleine Unternehmen existenzbedrohend sein. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Kleinbetriebe dieses Thema proaktiv angehen. Um mit den Tricks der Täter mitzuhalten, sind besonders regelmäßige Schulungen für IT-Sicherheit wichtig, um die richtigen Vorkehrungen für den Betrieb zu treffen. Denn es geht vor allem darum, den Betrieben zu ermöglichen, die Chancen der Digitalisierung weiterhin gewinnbringend für sich zu nutzen."

Die Umfrage wurde im Januar und Februar 2019 unter 500 Handwerksbetrieben aus den Gewerbegruppen Bauhauptgewerbe, Ausbaugewerbe, Handwerke für den gewerblichen Bedarf, Kraftfahrzeuggewerbe, Lebensmittelgewerbe und Gesundheitsgewerbe von Signal Iduna und dem Marktforschungsinstitut Forsa durchgeführt. Partner der Studie sind das Cybersecurity-Unternehmen Perseus und das Handwerkerportal MyHammer. Alle befragten Handwerksbetriebe sind digital angebunden, also über eine eigene Webseite, eine geschäftliche E-Mail-Adresse, per Online-Terminvereinbarung oder über Vermittlungsplattformen für Handwerker erreichbar.

Eine Grafik mit interessanten Zahlen aus der Studie steht zum Download bereit. sg

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