Altersvorsorge Riester-Rente: Zusatzvorsorge mit Förderung

Die Riester-Rente wurde als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung eine staatlich geförderte private Zusatzvorsorge eingeführt. Benannt wurde diese Privatrente nach dem Arbeitsminister Walter Riester, der für die Reform verantwortlich war.

Die Riester Rente wurde vom Staat als freiwillige Ergänzung zur gesetzlichen Altersvorsorge geschaffen. - © Foto: Andrea Warnecke

Hinter dem Konzept steht die Idee, dass Arbeitnehmer, Beamte und pflichtversicherte Selbständige freiwillig die durch das Absenken des gesetzlichen Rentenniveaus entstandene Lücke durch zusätzliches individuelles Sparen geschlossen werden. Fast 16 Millionen Arbeitnehmer haben bislang einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen.

Wie funktioniert die Riester-Rente?

Jeder pflichtversicherte Erwerbstätige soll vier Prozent seines Bruttolohnes in einen Sparvertrag mit einem privaten Anbieter stecken. Wer dies tut, erhält vom Staat eine Grundzulage von 154 Euro bei Singles oder 308 Euro bei Ehepaaren dazu. Für jedes Kind gibt es zudem 185 Euro, für nach dem 1. Januar 2008 geborene Kinder 300 Euro. Außerdem können die Beiträge zur Riester-Rente bei der jährlichen Steuererklärung angegeben werden. Das Finanzamt prüft dann, ob ein Steuerabzug oder die Zulage für den Betreffenden günstiger ist.

Gerade bei gut verdienenden Arbeitnehmern kann sich die staatliche Förderung durch einen Steuerabzug erheblich erhöhen. Ein Single mit 50.000 Euro Jahreseinkommen zahlt zum Beispiel 1.846 Euro im Jahr in seinen Vertrag ein. Zusammen mit der Grundzulage schießt der Staat 785 Euro dazu. Wer noch unter 25 Jahre alt ist und einen Riester-Vertrag abschließt, erhält zusätzlich einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro.

Welche Anlageformen gibt es?

Neben der klassischen Rentenversicherung bieten Finanzinstitute Banksparverträge, Fondsgebundene Rentenversicherungen, Fondssparpläne und Bausparverträge an. Die Produkte müssen zertifiziert sein und eine Reihe von Kriterien erfüllen. Die wichtigste Voraussetzung für die Zulassung ist die Garantie, dass am Ende der Laufzeit wenigstens alle eingezahlten Beiträge sowie die Zulagen erhalten bleiben.

Kann man aus einem Vertrag auch wieder aussteigen?

Riester-Verträge sind jederzeit kündbar. In diesem Falle gilt die Garantie für den Erhalt des eingezahlten Kapitals allerdings nicht. Außerdem müssen alle gutgeschriebenen Zulagen sowie Steuervorteile zurückbezahlt werden. Das Guthaben im Vertrag darf auch vererbt werden. Wenn der hinterbliebene Ehepartner das Vermögen in einen eigenen Riester-Vertrag übernimmt, bleibt auch die Förderung Bestandteil des Guthabens.

Muss es immer ein Rentenvertrag sein?

Es gibt eine Alternative zu den Sparplänen und Rentenversicherungen. Mit dem so genannten Wohn-Riester kann auch der Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie von von Anteilen an einer Wohnungsbaugenossenschaft als Teil der Altersvorsorge mit Zulagen und Steuerersparnis gefördert werden. Bezuschusst werden Bausparverträge, Immobiliendarlehen sowie Bauspar-Kombi-Kredit e. Wie für die spätere Rentenzahlung werden im Alter auch für die selbstgenutzte Immobilie Steuern fällig. Mit dem Renteneintritt besteht die Möglichkeit, jederzeit die gesamte Steuerlast auf einen Schlag zu bezahlen. Dafür gibt es einen Rabatt von 30 Prozent. Andernfalls werden die Abgaben anteilig auf 25 Jahre verteilt.

Stimmt es, dass sich riestern gar nicht lohnt?

Es gibt von Verbraucherschützern immer wieder viel Kritik an den Angeboten von Riester-Verträgen. Der häufigste Vorwurf bezieht sich auf die hohen Abschlusskosten und die geringe Transparenz des von den Anbietern berechneten Aufwands. Auch vermindert die Garantie des Kapitalerhalts die Verzinsung. Schließlich wirft das angelegte Geld derzeit nur sehr wenig ab, weil es auch für Riester-Produkte nur geringe Zinsen gibt. Die Vorwürfe treffen aber nicht auf alle Angebote zu. Die Stiftung Warentest findet bei Vergleichstests in der Regel auch gute Angebote.

Ein anderer Pluspunkt ist die vergleichsweise großzügige staatliche Förderung. Gerade bei Geringverdienern übersteigt die Förderung oft den eigenen Beitrag. Dadurch sind sie in der Lage, trotz des schmalen Einkommens eine Zusatzrente aufzubauen. Die zweite besonders profitierende Gruppe sind Spitzenverdiener, die aufgrund des Steuervorteils leicht ein größeres Altersvermögen aufbauen können. Schließlich verhilft riestern den Häuslebauern. Da die Beiträge auch zur Tilgung von Immobiliendarlehen verwendet werden dürfen, sinkt die finanzielle Belastung durch ein Eigenheim und der Traum davon lässt sich leichter verwirklichen. wm