Wer einen Kfz-Versicherungsvertrag abschließt, kann die Kosten entscheidend mitbeeinflussen. Hierzu ist es jedoch wichtig zu wissen, wann beim Abschluss Rabatte möglich sind und wo Kostenfallen lauern.
Autofahrer beeinflussen die Kosten ihrer Kfz-Versicherung selbst entscheid end mit. Denn: Die Angaben beim Abschluss des Vertrages können den Beitrag deutlich erhöhen oder senken. Doch wo lauern die Kostenfallen und wo kann man sparen? Anhand einer Modellrechnung zeigen sich die Sparmöglichkeiten.
Als Beispielfahrzeug dient ein VW Sharan 2.0 TSI aus dem Jahr 2015. Das Fahrerprofil basiert auf einem 45 Jahre alten Angestellten aus Stuttgart (SF-Klasse 15 und Fahrleistung 15.000 km pro Jahr). Er ist der einzige Fahrer. Es wurde eine Vollkasko/Teilkasko mit einer Selbstbeteiligung von 300 Euro/150 Euro abgeschlossen.
"In die Berechnung ging der Durchschnitt der zehn bestplatzierten Angebote mit den jeweils entsprech enden Tarifmerkmalen ein", heißt es beim Verbraucherportal Verivox , das den Test durchführte.
Das sind laut Verivox die wichtigsten Punkte, auf die Autofahrer beim Abschluss einer Kfz-Versicherung achten sollten.
Ist der Fahrerkreis noch aktuell?
Niedrige Kosten lassen sich vor allem dann erreichen, wenn der Fahrerkreis auf den Versicherungsnehmer beschränkt ist. Teuer wird es, wenn man beispielsweise angibt, dass auch eine 18-jährige Person das Auto fährt. Im untersuchten Fall erhöhte sich dadurch die durchschnittliche Versicherungsprämie um satte 98 Prozent. Dies ergibt für den Versicherungsnehmer jährliche Mehrkosten von 503 Euro.
"Wer junge Fahrer mitversichert, zahlt einen hohen Risikoaufschlag. Autofahrer können neuerdings bei der jährlichen Überprüfung des Vertrages den Fahrerkreis wieder einschränken und so Geld sparen", sagt Wolfgang Schütz von Verivox.
Entspricht die Fahrleistung der Wirklichkeit?
Auch die jährlich zurückgelegten Kilometer wirken sich sehr stark auf die Versicherungsprämie aus. Bei einer Fahrleistung von 5.000 Kilometern sinken die Kosten um durchschnittlich 19 Prozent gegenüber einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern. Daher sollten Autofahrer unbedingt jährlich prüfen, ob die bei der Versicherung angegebenen Kilometer noch stimmen.
Welche Rabatte sind möglich?
Kleine Zusatzangaben können Rabatte bringen und so die jährlichen Kosten deutlich mindern. Beamte , die bei der Versicherung angeben Beamter zu sein, können die Prämie um bis zu 16 Prozent senken. Besitzer einer Garage beispielsweise erhalten einen Rabatt von vier Prozent. Der Besitz eines Eigenheims wird ebenfalls mit einem Preisnachlass von vier Prozent berücksichtigt.
Wer diese Angaben bislang bei seiner Versicherung also nicht gemacht hat, hat dadurch Sparmöglichkeiten ausgelassen. Beim Abschluss einer neuen Versicherung oder bei der Änderung der aktuellen, können die Angaben jederzeit mit in den Versicherungsvertrag aufgenommen werden.
Ist die freie Werkstattwahl wirklich notw endig?
Wird das Fahrzeug im Schadensfall zu einer Partnerwerkstatt des Versicherers gebracht, sinkt die Jahresprämie bedeut end. Wer selbst entscheiden möchte, wo das Auto repariert wird, hat in seinem Vertrag die Klausel zur freien Werkstattwahl. Diese kostet durchschnittlich jedoch 14 Prozent mehr pro Jahr. Daher sollten Autofahrer überlegen, ob die Wahlfreiheit wirklich notw endig ist. Viele Versicherer verfügen über ein umfass endes Netz an Partnerwerkstätten und der Wagen wird unter Umständen abgeholt und zurückgebracht.
Rechnet sich die monatliche Zahlweise?
Die monatliche Zahlweise rechnet sich laut Verivox nicht. Wer seine Kfz-Versicherung aktuell monatlich bezahlt, sollte auf die jährliche Zahlungsweise umsteigen. Auf den ersten Blick wirken die verhältnismäßig niedrigen Beiträge pro Monat komfortabel, auf das Jahr gerechnet sind die Angebote jedoch rund ein Drittel teurer. Im Beispiel-Fall fielen jährliche Mehrkosten von 162 Euro an.
Mehr Leistung: Welchen Zuschlag Autofahrer zahlen
Eine Reihe von zusätzlichen Tarifleistungen verbessert den Versicherungsschutz, doch dadurch erhöht sich natürlich auch die jährliche Versicherungsprämie. Wer sich zum Beispiel für einen erweiterten Wildschutz entscheidet sowie Folgeschäden von Marderbissen und grobe Fahrlässigkeit mit absichert, zahlt mit neun Prozent noch einen relativ moderaten Aufschlag.
Der Rabattschutz bei Kasko-Versicherungen verhindert die Rückstufung in eine teurere Schadenfreiheitsklasse im Schadensfall. Er erhöht jedoch die jährlichen Kosten um durchschnittlich 21 Prozent.
Falsche Angaben lohnen sich nicht
Trotz der verlock enden Vergünstigungen sollten Autofahrer aber niemals falsche Angaben gegenüber der Kfz-Versicherung machen. Denn: Dadurch können Teile des Versicherungsschutzes verloren gehen und es drohen hohe Zusatzkosten.
Wer sich vor seiner Entscheidung für eine Versicherung bei Vergleichsportalen umschaut, sollte diesen jedoch nicht blind vertrauen. "Diese Portale", so der Bund der Versicherten (BdV), " finanzieren sich durch den Vertragsabschluss bei der jeweiligen Versicherung, weshalb manchen Portale nicht alle Versicherer anzeigen", so der BdV. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte sich auf verschiedenen Portalen umsehen und verschieden Kfz-Versicherungen miteinander vergleichen. end