Sturm tobt in Deutschland Unwetterschäden: Welche Versicherung wann bezahlt

Sturmböen und Starkregen fegen über Deutschland und richten große Schäden an. Für Betriebe ist es wichtig zu wissen, welche Versicherung den Schaden übernimmt und was als erstes zu tun ist. Ein Kurzüberblick.

Beschädigtes Dach
Alle Schäden, die direkt am Gebäude entstanden sind, übernimmt die Gebäudeversicherung. - © eyetronic - stock.adobe.com

Stürme können große Schäden anrichten: Nach einem Starkregen kann das Werkstattdach unter abgebrochenen Ästen begraben liegen oder der Keller unter Wasser stehen. Sowohl eine Gebäudeversicherung als auch eine Betriebsinhaltsversicherung sind für Handwerksunternehmen wichtig, um im Falle von Gewittern Kosten erstattet zu bekommen.

Damit die Versicherungen wegen Sturm greifen, muss mindestens Windstärke acht (rund 63 km/h) geherrscht haben, denn erst dann spricht man von Sturm. Alle Schäden, die direkt am Gebäude entstanden sind, beispielsweise an den Dachziegeln oder den Fensterscheiben, übernimmt die Gebäudeversicherung. "Dabei sollte darauf geachtet werden, ob Elementarschäden beinhaltet sind", sagte Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Wird der Keller überschwemmt, zahlt die Versicherung nämlich nur, wenn extra eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde. Sie gleicht Schäden durch Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch oder Lawinen aus.

Unwetterschäden: Schutz des Inventars durch Betriebsinhaltsversicherung

Die Betriebsinhaltsversicherung stellt die Hausratversicherung für den Betrieb dar. Alle Schäden, die das Inventar eines Betriebes nach einem Sturm oder einem Blitzschlag beschädigen, übernimmt die Versicherung. Aber auch hier muss es eine Elementarschadensklausel in den Verträgen geben.

Teilkaskoversicherung gegen Schäden am Auto

"Hat man für sein Auto eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen, ist es gegen Sturmschäden durch herabfallende Äste oder Dachziegel versichert. Die reine Kfz-Haftpflichtversicherung reicht hier nicht aus", sagt Bianca Boss, Pressesprecherin beim Bund der Versicherten (BdV). Die Kosten für verbeultes Blech oder kaputte Scheiben werden in der Regel in voller Höhe erstattet. Der GDV rät, die Schäden mit einer Kamera zu dokumentieren und innerhalb einer Woche der Versicherung zu melden.

Wie verhalten sich Versicherte bei Unwetterschäden richtig?

Wenn man Schäden melden möchte, muss man allerdings auch einige Pflichten erledigen, damit sie Versicherung sicher bezahlt. Drei Tipps vom BdV:

  • Informieren: Ein Schaden ist der Versicherung unverzüglich zu melden. Es gibt dafür zwar keine genaue Frist, aber zu lange warten sollten Sie nicht. Als erste Maßnahme reicht es aus, eine E-Mail mit einer Schadensbeschreibung zu schicken. Empfehlenswert ist es zudem, sich telefonisch an die zuständige Schadensabteilung des Versicherers zu wenden. In der Regel sendet der Schadenssachbearbeiter ein Schadensformular zu und erteilt Anweisungen, die beachtet werden müssen. Tipp: Lassen Sie sich zu Ihrem gemeldeten Schaden die Schadennummer nennen und notieren Sie sich diese, wie auch den Namen des Schadensachbearbeiters. Wer von einem Vermittler betreut wird, sollte auch diesen unverzüglich informieren.
  • Dokumentieren: Die Versicherung muss die Möglichkeit haben, den Schaden zu begutachten. Zur Dokumentierung sollten Sie Fotos machen. Auch sollte eine genaue Aufstellung der beschädigten Gegenstände erstellt werden. In der Regel wird die Versicherung einen Gutachter schicken, der sich den Schaden ansieht. Wichtig zu beachten: Beschädigte Gegenstände sollten nie ohne ausdrückliche Zustimmung des Versicherers entsorgt werden.
  • Sichern: Versicherte haben eine sogenannte Schadensminderungspflicht. Das heißt: Sie müssen alles tun, um den Schaden gering zu halten. Zerbrochene Fenster müssten beispielsweise abgedichtet oder Hausratgegenstände im Keller möglichst in Sicherheit gebracht werden, damit der Schaden nicht größer wird. Dabei muss sich allerdings niemand in Gefahr bringen. Niemand müsse also beispielsweise auf das Dach klettern, um es provisorisch abzudecken. dhz