Gesundheit -

Mittagspause und Co. zur Erholung nutzen Richtig Pause machen: 5 einfache Tipps

Viele Menschen behandeln ihren Körper wie ihr Smartphone. Sie laden den Akku erst wieder auf, wenn er vollständig entleert wurde. Ein Fehler. Wie Sie Ihre Pause richtig nutzen.

Pausen gelten - gerade unter Selbstständigen und Unternehmern - als Zeitfresser, unproduktiv und überflüssig. Dabei benötigt, wer zweimal hintereinander zwölf Stunden lang gearbeitet hat, drei freie Tage zur Regeneration. Das besagt eine neue Studie der Medizinischen Universität Wien. Eine Vorgabe, fernab der Realität.

Wichtig sei es daher zunächst, sich das Problem bewusst zu machen, sagt die Berliner Psychologin Iris Hauth. "Zeitlich begrenzter Stress ist gut und leistungsfördernd. Chronischer Stress macht krank", so Hauth. "Wenn man einen anstrengenden Job viele Jahre machen und bis zum Rentenalter durchhalten will, ist es notwendig, Zeiten der Entspannung zu haben."

So kann es gelingen.

5 Tipps, wie Sie richtig Pause machen

1. Techniken nutzen

Routinen helfen. Da gibt es zum Beispiel die Pomodoro-Technik. 25 Minuten konzentriert arbeiten, dann fünf Minuten Pause machen und wieder von vorne. Oder das sogenannte BRAC-Prinzip. Es sieht Pausen im 90-Minuten-Takt vor und alle vier Stunden eine längere Erholungsphase. Psychologen der Baylor Universität in Texas wiederum empfehlen, alle 60 Minuten eine Pause von fünf Minuten einzulegen. Grundsätzlich gelte: Lieber viele kurze Pausen machen als wenige lange.

2. Erfüllung finden

"Das ist typabhängig", so Iris Hauth auf die Frage, wie man denn eine Pause am besten füllen solle. Der eine brauche ein kleines Mittagsschläfchen, der andere müsse sich auf der Joggingstrecke auspowern. Wichtig sei nur, die Pause mit etwas Angenehmem zu füllen. Pausen sollen stärken, erneuern, nicht zusätzlich belasten. "Man sollte das machen, was einem selbst gut tut." Sogar Videospiele können gute Pausenfüller sein, behaupten Psychologen der University of Central Florida. Eine kleine Partie vor dem Bildschirm könne demnach Stress mindern und die Stimmung heben. Aber eben nur, wenn man wirklich Freude an Computerspielen hat.

3. Minipausen machen

Das Smartphone ist eine stete Ablenkungsquelle. Negativ. Man kann das Handy aber auch zur Auffrischung nutzen. Kleine Mini-Breaks am Handy machen produktiver und zufriedener, behaupten Psychologen der Kansas State Universität. "Wenn ich zum Beispiel während der Arbeit eine ganze Stunde ein Spiel spiele, würde es meine Produktivität schmälern", sagt Psychologe Sooyeol Kim. "Aber wenn ich über den Tag verteilt kleine Pausen von ein bis zwei Minuten mache, könnte mich das wiederbeleben." Ein kurzes Telefonat mit Freunden oder Familie zum Beispiel nehme Stress und sei vergleichbar mit einem Plausch in der Kaffeeküche. Zu oft sollte man sich vom Smartphone aber nicht ablenken lassen.

4. Arbeit ausblenden

Experten empfehlen gemeinhin, sich nicht auch noch in den Pausen mit der Arbeit zu beschäftigen. Bitte abschalten und auf andere Gedanken kommen. Die Baylor-Wissenschaftler sehen das etwas anders. Ihrer Meinung nach kann man sich auch in der Pause mit arbeitsbezogenen Themen befassen Beispiel: Einen Fachbeitrag oder ein Sachbuch lesen. Vorausgesetzt, es interessiere einen tatsächlich und sei nicht von reiner Pflichterfüllung getrieben.

5. Ruhezeiten festlegen

"Sie sollten Pausen einplanen", rät Hauth. Man könne sie sich sogar in den Terminkalender eintragen. Die Therapeutin hat festgestellt, dass viele Zeitgenossen nur noch mit sich im Reinen sind, wenn sie am Ende des Tages möglichst viele Punkte abhaken können. "Viele setzen sich selbst in ihrer Freizeit unter Druck", so Hauth. Ein Korsett, das unnötig einengt. "Muße und Langeweile sind wichtig", so die Psychologin. Unser Gehirn arbeitet auch im Ruhezustand — und ist in dieser Zeit sogar besonders kreativ. Darum empfehlenswert: Pausen, in denen man einfach gar nichts tut. Und wie hält die Expertin selbst ihre Pausen ein? So gut wie gar nicht, gesteht Iris Hauth. "Zwei Abende in der Woche und das Wochenende halte ich mir frei".

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