Internet-Trends: Onlineshopping Online-Bewertungen bestimmen das Kaufverhalten

Ob Restaurants, Musik oder Reisen: Wer im Internet einkauft, sucht oder bucht, der lässt sich in den meisten Fällen von Online-Bewertungen anderer Internetnutzer leiten. Dabei hat sich gezeigt, dass Erfahrungsberichte mit Reisen und Restaurants am häufigsten geteilt werden. Doch wie sicher und seriös sind die Online-Bewertungen und was sind die Unterschiede zu Katalogrezensionen?

Für viele Händler ist die Online-Bewertung von Kunden eine harte Währung, die stark zur Existenz beiträgt. - © Foto: FotoliaXIV/Fotolia

Sich vor der Buchung über das ausgewählte Urlaubshotel zu informieren oder darüber, ob der Verkäufer im Internet-Auktionshaus seriös ist, ist für viele Online-Nutzer völlig normal. Laut einer Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM hat jeder zweite Internetnutzer (51 Prozent) schon Erfahrungen mit Produkten oder Dienstleistungen geteilt.

Besonders detaillierte Berichte sind bei den Themen Reise und Urlaub zu finden. Demnach hat bereits jeder Vierte (26 Prozent) ein Hotel oder seine Reise im Web bewertet. Online-Bewertungen sind deutlich im Trend und sind für Unternehmer enorm wichtig.

"Das Internet hat eine Transparenz für den Verbraucher geschaffen, die es vorher so nicht gab. Für Reiseveranstalter und Hotel-Betreiber sind die Bewertungen im Web bereits wichtiger als Hochglanzfotos im Katalog", erläutert Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des BITKOM.

Bewertungen als Währung

Online-Bewertungen der Verbraucher sind mittlerweile genauso wichtig wie Umsätze und Gewinn selbst. Sie sind für die Online-Händler zur wichtigsten Währung geworden und ein wichtiges Marketinginstrument für die Unternehmen.

Die Kunden verlassen sich gerne auf solche Bewertungen, um nicht die sprichwörtliche "Katze im Sack" zu kaufen. Ein Produkt, das durchweg schlecht bewertet wird, nimmt man normalerweise nicht in die nähere Auswahl, wohingegen ein Produkt mit guten Rezensionen vielfach höhere Chancen auf einen Kauf hat.

Seite 2: Andere Regeln bei der Katalog-Rezension

Verbraucher bewerten jedoch nicht nur Reisen, Restaurants und Online-Händler. Erfahrungen mit Herstellern und deren Marken werden von 13 Prozent der Internetnutzer geteilt.  Neun Prozent bewerten Dienstleistungen wie Mobilfunkverträge oder Mietwagen. Auch die Meinungen über Bücher, Filme und Musik werden veröffentlicht. Rund acht Prozent der Internetnutzer haben ihre entsprechenden Eindrücke bereits veröffentlicht.

Die Kehrseite der Online-Bewertung

Ein negativer Nebeneffekt sind gefälschte Bewertungen. Sie sollen ein Produkt besser aussehen lassen. In einigen Fällen stecken Agenturen dahinter, die im Auftrag von Unternehmen gefälschte Online-Kritiken schreiben.

Diese "Fakes" haben inzwischen einen umgekehrten Effekt. Der mit unlauteren Mitteln erworbene Ruf von Online-Anbietern leidet nicht selten darunter. Vor allem Hotel-Bewertungsportale sind bereits in der Kritik gewesen, weil einige Kritiken nicht von echten Reisenden kamen.

Aus diesem Grund sollten Unternehmen dies vermeiden und im Zweifelsfall ganz zu unterbinden versuchen. Nur echte Online-Bewertungen verhelfen den Unternehmen zu Neukunden und schaffen eine Vertrauensbasis zwischen Verkäufer und Kunde.

Unterschiede zwischen Online- und Offline-Bewertung

Im Gegensatz zur Online-Bewertung herrschen bei der Rezension in Prospekten und Katalogen andere Regeln. Ein Grund dafür ist der begrenzte Platz für die Bewertung. Diese "Offline-Bewertungen" müssen einen Mehrwert bringen. Sie müssen sich gut lesen und die Kunden gleichzeitig zum Kauf locken.

Eine weiterer Unterschied: Produkte, die durchweg gute Rezensionen und Kritiken bekommen haben, sind im jeweiligen Katalog des Händlers gebündelt aufgeführt und erleichtern dem Interessenten somit die Auswahl. Weil es auch hier schwarze Schafe gibt, die Kundenbewertungen manipulieren, empfehlen Marketingberater, die Kritiken möglichst authentisch rüberkommen zu lassen. cle