Auch wenn die Rente mit 67 oft als Schreckensszenario dargestellt wird, stehen ihr gar nicht so viele negativ gegenüber. Drei von vier Arbeitnehmern über 50 wollen sich einer Studie zufolge nicht vorschreiben lassen, wann sie in Rente gehen müssen.

Die befragten Arbeitnehmer wollen in einigen Fällen sogar länger arbeiten oder könnten sich vorstellen, trotz Rente nochmals arbeiten zu gehen. Drei von vier Älteren forderten, dass ein Verbleib im Betrieb bis zum Alter von 69 Jahren möglich sein sollte. Dabei spielen sowohl wirtschaftliche als auch soziale Gründe eine Rolle.
Zu diesen Ergebnissen kam das Institut für neue soziale Antworten (Insa), die dazu die Studie "Vielfalt des Alterns" erstellt hat. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat die Studie gestern vorgestellt.
Lust auf Arbeit
Gleichzeitig zur großen Lust der Arbeitnehmer, auch im Alter arbeiten zu gehen, zeigte sich jedoch auch eine große Unsicherheit. Viele der Generation der über 50-Jährigen halten die gesetzliche Rente für unsicher. Gut jeder zweite Deutsche dieser Altersgruppe befürchtet, im Alter keine sicheren Einkünfte und zu wenig Geld zu haben. Zu den größten Ängsten Älterer gehört weiter, pflegebedürftig oder dement zu werden.
Trotzdem ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ist bei der älteren Generation sehr groß. 89 Prozent der über 50-Jährigen sind davon überzeugt, dass sie über eine gute Fachkenntnis verfügen. Mehr als die Hälfte (60 Prozent) hält sich für besonders innovativ. 79 Prozent der Befragten schätzen sich zudem als kollegial ein. Ein weiterer Hinweis also, dass die beruflichen Qualifikationen lange sehr bedeutend sind.
Im Alter wird die Umwelt wichtiger
Die Studie ergab außerdem, dass über 50-Jährige nicht häufiger zum Arzt gehen als die unter 50-Jährigen. Während die Jüngeren allerdings häufig psychische Beschwerden haben, haben Ältere eher körperliche Probleme. 22 Prozent der über 50-Jährigen berichten, dass ihnen beim Arztbesuch schon einmal eine Therapie oder ein Medikament verweigert wurde.
Der Anteil der Autofahrer zwischen 30 und 80 Jahren ist relativ konstant. Die Bereitschaft zu umweltbewusstem Verhalten ist bei den über 50-Jährigen allerdings ausgeprägter als bei den Jüngeren.
Die Untersuchung wurde von Großunternehmen wie RWE oder BP finanziert. INSA hatte dazu 3.055 Bundesbürger befragt. dapd