Die Rente mit 63 bleibt unter Arbeitnehmern weiter beliebt, wie neue Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen. Positive Aussichten für Rentner gibt es für das kommende Jahr.
Die Rente mit 63 ist weiter beliebt. Bis Ende Oktober 2015 haben seit ihrer Einführung im Juli 2014 rund 427.000 Menschen von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, mit 63 abschlagsfrei in Rente zu gehen. Etwa 221.000 Anträge auf die Rente mit 63 wurden laut Deutscher Rentenversicherung (DRV) in diesem Jahr gestellt. Die Zahl der Anträge habe sich inzwischen auf hohem Niveau stabilisiert.
Während viele Experten wenige Monate nach der Einführung der Rente mit 63 noch vor einer Kostenexplosion gewarnt hatten, haben sich derweil anscheinend auch die Ausgaben stabilisiert. Im Hinblick auf die Gesamtausgaben im Zusammenhang mit dem RV-Leistungsverbesserungsgesetz zeichne sich ab, dass sich diese im Rahmen der Schätzungen der Bundesregierung in ihrem Gesetzentwurf vom März 2014 bewegen, sagte Alexander Gunkel, Vorsitzender des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung. Danach steigen die Rentenausgaben einschließlich der Krankenversicherung der Rentner durch das Rentenpaket 2015 um 8,8 Milliarden Euro im Vergleich zur Entwicklung ohne Rentenpaket.
Aussicht auf "größte Rentenanpassung seit Jahrhundertwende"
Das Finanzielle ist jedoch nur ein Aspekt, der in der Vergangenheit für Kritik am Rentenpaket der Bundesregierung gesorgt hatte. Den Betrieben macht vor allem der Verlust der erfahrenen Mitarbeiter zu schaffen. Nach Einschätzung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) sind auch viele Handwerker unter den Antragstellern. Wie viele es genau sind, verrät die Rentenstatistik allerdings nicht. "Aus unseren Betrieben hören wir, dass sie damit vor allem erfahrene Fachkräfte verlieren", hatte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer jedoch bereits im Sommer gesagt und eine Reform der flexiblen Teilrente gefordert.
Einen solchen Vorschlag für die sogenannte Flexi-Rente hat die Bundesregierung Mitte November bereits vorgelegt. Die Flexi-Rente soll Betrieben mehr Anreize setzen, Rentner anzustellen. Zugleich soll es dadurch für rüstige Ältere attraktiver werden, im Rentenalter zu arbeiten.
Auch wer derzeit bereits eine Rente bezieht, hat Aussicht auf Verbesserung. Zwar werde die Höhe der nächsten Rentenanpassung erst im März des kommenden Jahres endgültig festgelegt, sagte DRV-Vorstandsvorsitzender Gunkel. Es bestehe aber "die begründete Aussicht, dass es die größte Rentenanpassung seit der Jahrhundertwende werden könne." Nach den aktuellen Vorausberechnungen sei im nächsten Jahr mit einer Anhebung der Renten in einer Größenordnung von rund vier bis fünf Prozent zu rechnen. dhz
