Statistisches Bundesamt Rekordwachstum im ersten Quartal

Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Jahres laut dem Statistischen Bundesamt um 1,5 Prozent gewachsen. Damit hat die Wirtschaft das Vorkrisenniveau überschritten.

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Rekordwachstum im ersten Quartal

Im Vergleich zum ersten Quartal des vergangenen Jahres stieg die Wirtschaftsleistung sogar um 5,2 Prozent. Das war der höchste Wert seit der Zeit der Wiedervereinigung.

Die Statistiker wiesen darauf hin, dass das schlechte Wetter im vierten Quartal 2010 das Wachstum etwas gebremst habe – damals waren es nur 0,4 Prozent. Das habe eine aufschiebende Wirkung gehabt. Der Anstieg zwischen Januar und März sei auch damit zu erklären, dass die Unternehmen bei der wieder besseren Witterung einige Arbeiten nachholten.

Positive Impulse kamen dem Statistikamt zufolge im ersten Vierteljahr 2011 vor allem von der Binnenwirtschaft: Sowohl die Investitionen als auch die Konsumausgaben konnten zum Teil deutlich zulegen. Insbesondere in Bauten (plus 6,2 Prozent) sowie in Ausrüstungen (plus 4,2 Prozent) – darunter fallen hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – wurde zu Beginn des Jahres 2011 deutlich mehr investiert als im Schlussquartal 2010. Die privaten Konsumausgaben legten im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 Prozent zu, die staatlichen Konsumausgaben mit 1,3 Prozent etwas deutlicher.

Die Dynamik der Exporte und Importe setzte sich demnach ebenfalls fort: Im ersten Quartal 2011 wurden 2,3 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im Vorquartal. Der Anstieg der Importe war - preis, saison- und kalenderbereinigt - mit einem Plus von 1,5 Prozent nicht ganz so groß. Der daraus resultierende Außenbeitrag hatte mit einem Wachstumsbeitrag von 0,5 Prozentpunkten einen geringeren Anteil am kräftigen Wachstum als die inländische Verwendung mit einem Prozentpunkt.

Im Vorjahresvergleich legte die Wirtschaftsleistung laut der Behörde so stark zu wie noch nie seit der deutschen Vereinigung: Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal 2011 im Vergleich zum ersten Quartal 2010 um 5,2 Prozent. Kalenderbereinigt war der Anstieg mit 4,9 Prozent etwas geringer, da im ersten Quartal 2011 ein Arbeitstag mehr zur Verfügung stand als im ersten Quartal 2010.

Ifo-Geschäftsklima unverändert freundlich

Die deutsche Wirtschaft läuft weiter auf Hochtouren. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft blieb im Mai stabil bei 114,2 Punkten, nachdem er zuvor zweimal nacheinander etwas gesunken war. Die bislang schon gute Geschäftslage wird von den Unternehmen demnach nochmals als besser eingestuft. Ihre Erwartungen hinsichtlich der Geschäfte im kommenden halben Jahr sind zwar erneut etwas gedämpfter, aber weiterhin positiv. "Die Konjunkturampeln in Deutschland stehen nach wie vor auf grün", teilte das Ifo-Institut mit.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex den Ökonomen zufolge zum dritten Mal in Folge leicht gesunken. Der Rückgang resultiert wie bereits im Vormonat aus den etwas weniger optimistischen Geschäftserwartungen der Unternehmen. Die aktuelle Geschäftslage bewerten die Industriefirmen unverändert als sehr gut. Im Auslandsgeschäft sehen sie ebenfalls weiterhin große Chancen. Die Anzahl ihrer Mitarbeiter wollen die Unternehmen deutlich erhöhen, allerdings nicht mehr ganz so kräftig wie im Vormonat.

Im Einzelhandel stieg der Geschäftsklimaindex wieder merklich. Die Geschäftslage der Einzelhändler verbesserte sich deutlich. Auf die Entwicklung im nächsten halben Jahr blicken die Unternehmen demnach zuversichtlicher als Vormonat. Dagegen hat sich das Geschäftsklima im Großhandel abermals etwas eingetrübt. Die Großhändler bewerten ihre Geschäftssituation als nicht mehr ganz so gut wie bisher. Ihre Geschäftserwartungen sind aber geringfügig positiver als im April.

Im Bauhauptgewerbe war das Geschäftsklima nahezu unverändert. Die Unternehmen schätzen ihre momentane Geschäftslage und ihre Geschäftsperspektiven ähnlich günstig ein wie im vergangenen Monat.

dapd