Keine guten Vorzeichen für 2013 im Euroraum. Zum Jahresauftakt hat die Arbeitslosenquote in 17 Euroländern einen Höchststand erreicht. Vor allem Griechenland und Spanien stehen an der Spitze. Die schwache Konjunktur der einzelnen Länder hat allerdings noch andere Folgen.

Nach Angaben von Eurostat, dem statistischen Bundesamt der Europäischen Union, waren im Februar 19,1 Millionen Männer und Frauen im Euroraum arbeitslos. Gegenüber 2012 ist das ein Anstieg um 33.000.
Weiterhin schwierig ist die Lage in den südeuropäischen Ländern. So melden Griechenland und Spanien Rekordwerte um 26 Prozent. Auch Zypern und Portugal stieg die Quote auf 14 und 17 Prozent. Einen Rückgang haben dagegen die baltischen Staaten Estland und Lettland sowie Irland zu verzeichnen.
Neben Österreich, Luxemburg und den Niederlanden hat Deutschland eine niedrige Erwerbslosenquote in der Euro-Zone. Mit 5,4 Prozent liegt es von allen Ländern im Euroraum an zweiter Stelle. Spitzenreiter ist Österreich.
Hohe Jugendarbeitslosigkeit
Im Durchschnitt liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 23,9 Prozent im gesamten Euroraum. Am geringsten ist sie in Deutschland mit 7,7 Prozent gefolgt von Österreich mit 8,9 und den Niederlanden mit 10,4 Prozent. Griechenland, Spanien, Portugal und Italien verzeichnen derzeit die höchsten Quoten.
Die Wirtschaft in der Euro-Zone schrumpft seit fünf Quartalen in Folge. Dieser Trend hat sich auch in den ersten drei Monaten in diesem Jahr fortgesetzt. Auch die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt, sieht wenig Spielraum diesen derzeitigen Trend weiter aufzuhalten. "Unser Mandat ist nicht die Vollbeschäftigung", so EZB-Chef Mario Draghi.
Inflation sinkt auf 1,7 Prozent
Keine Angst müssen die Menschen derzeit vor einer Geldentwertung haben. Die konjunkturelle Talfahrt in vielen Euroländern dämpft die Inflation. Die jährliche Teuerungsrate im Euroraum ging von 1,8 Prozent auf 1,7 Prozent zurück. Das teilte das Europäische Statistikamt Eurostat in einer ersten Schätzung mit.
Das ist der niedrigste Wert seit August 2010. Grund ist vor allem die Entspannung bei den Energiepreisen, die nur noch in geringem Maß zur Teuerung beitragen.
Die Rate liegt unter der Zielmarke der EZB von knapp zwei Prozent. Im Februar war die Inflation erstmals seit November 2010 unter dieses Ziel gefallen. Die Notenbank sieht bei diesen Werten die Preisstabilität gewährleistet.
Wegen der schwachen Wirtschaftsentwicklung rechnet die EZB damit, dass die Teuerungsrate auch in den kommenden Monaten unter dem Zielwert liegen wird. Laut Prognose der Notenbank dürften die Verbraucherpreise im laufenden Jahr um durchschnittlich 1,6 Prozent steigen, im kommenden Jahr um nur noch 1,3 Prozent. dhz/dpa