Der Dachverband der Betriebskrankenkasse hat den "Gesundheitsreport 2016" in Berlin vorgestellt. Der zeigt: Reinigungskräfte sind am häufigsten krank – Beschäftigte im IT-Bereich dagegen besonders selten. Wo die größten Krankheitsrisiken lauern.

Immer wieder heißt es, dass die Digitalisierung die Menschen unter Druck setzt. Am Krankenstand ist dies jedoch aktuell noch nicht ablesbar. Denn laut der 40. Ausgabe des "Gesundheitsreports 2016", den der Dachverband der Betriebskrankenkassen vorgestellt hat, sind Beschäftigte im IT-Bereich nur sehr selten krank – Reinigungskräfte hingegen am häufigsten.
Reinigungskräfte haben die meisten Fehltage
Dem Bericht zufolge waren 2015 Reinigungskräfte mit 23 durchschnittlichen Fehltagen die Spitzenreiter beim Krankenstand, gefolgt von Verkehrs- und Logistikangestellten mit 22 Tagen und Angehörigen von Sicherheitsberufen mit 20,5 Tagen. Vergleichsweise selten krank waren demgegenüber Angehörige von Rechts-, Verwaltungs- und Medienberufen mit im Schnitt 13 Fehltagen. In IT-Berufen lag der Wert bei nur 12 Fehltagen.
Hohe emotionale Belastung führt zu psychischen Störungen
Körperlich belastende Berufe wie etwa in der Fertigung führen laut dem Bericht häufiger zu Ausfällen wegen Muskel- und Skeletterkrankungen. Berufe im Gesundheitsbereich fallen eher durch Fehltage wegen psychischen Störungen auf. Die Autoren des Reports führen das auf die hohe emotionale Belastung der dort Beschäftigten zurück.
Im Schnitt sind Arbeitnehmer 16 Tage krank
Insgesamt fielen Berufstätige im vergangenen Jahr durchschnittlich 16 Tage aufgrund von Krankheit aus. Damit ist der Krankenstand bei 4,4 Prozent gleich geblieben, wobei Leiharbeiter rund 1,7 Tage länger fehlen als regulär Beschäftigte.
Der Report der Betriebskrankenkassen stützt sich auf die Daten von 9,3 Millionen Versicherten, darunter 4,4 Millionen Arbeitnehmer. Er ist laut dem Verband der Betriebskrankenkassen repräsentativ für das Erkrankungsgeschehen in der Arbeitswelt.
Infos zum "Gesundheitsreport"
Die diesjährige Jubiläumsausgabe des "Gesundheitsreports" widmet sich dem Schwerpunktthema "Gesundheit und Arbeit". Neben Analysen zum aktuellen Stand im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen ergänzen Gastautorenbeiträge aus Wissenschaft, Politik und Praxis den Bericht. Verschiedene Vertreter von namhaften Unternehmen stellen darüber hinaus in Interviews ihre Sicht zur Bedeutung der Gesundheitsförderung der Mitarbeiter, besonders mit Blick auf den demographischen Wandel, dar.