ZEW-Konjunkturerwartungen sinken erneut Regierung sieht Wirtschaft weiter auf Erholungskurs

Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland sind im Februar erneut gesunken. Gleichwohl fiel der fünfte Rückgang in Folge nicht so stark aus wie von Beobachtern erwartet. Der vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte Index gab von 47,2 Punkten im Vormonat auf 45,1 Punkte nach, wie das ZEW am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 41,5 Punkte gerechnet.

Regierung sieht Wirtschaft weiter auf Erholungskurs

Laut ZEW erwarten die rund 280 befragten Finanzmarktexperten, dass sich die deutsche Konjunktur auch in den kommenden sechs Monaten langsam von der Wirtschaftskrise erholen wird. Allerdings blieben die Geschäftsaussichten für Konsum und Handel sowie die Automobilindustrie weiterhin schwach. Auch für die insgesamt besser eingeschätzten exportorientierten Branchen Stahl und Chemie hätten sich die Experten etwas pessimistischer als im Vormonat gezeigt.

"Die Erwartungen dümpeln vor sich hin, allerdings auf ansehnlichem Niveau", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Zwar sei bei der Wirtschaftskrise das Schlimmste überstanden, "aber die Sorgen über die Arbeitsmarktentwicklung, Staatsverschuldung und den Euro sind nicht geringer geworden", sagte Franz.

Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland fällt laut ZEW im Februar leicht besser aus als im Vormonat. Der entsprechende Indikator sei um 1,8 Punkte auf minus 54,8 Punkte gestiegen.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind im Februar um 6,2 Punkte gegenüber dem Vormonat deutlich gesunken und liegen nun bei 40,2 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbesserte sich nur geringfügig um 0,6 auf minus 62,1 Punkte.

Auch aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums bleibt die deutsche Wirtschaft in ihrer Grundtendenz auf Erholungskurs. Die gegenwärtigen überdurchschnittlichen witterungsbedingten Produktionsbehinderungen dürften im Frühjahr jedoch schnell aufgeholt werden, erklärte das Ministerium in seinem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht für Februar. Im weiteren Jahresverlauf werde die deutsche Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen.

In der Industrie erwartet das Ministerium eine weiter aufwärtsgerichtete Nachfrage, allerdings mit gedämpfter Dynamik. Die Auftriebskräfte in der Industrie werden nach Einschätzung des Ministeriums aber weiter die Oberhand behalten.

Für den Konsum zeigte sich das Ministerium vorsichtiger. Die Aussichten für die privaten Konsumausgaben blieben zunächst gedämpft. Dabei stünden Risiken auf dem Arbeitsmarkt steuerlichen Entlastungen sowie weiteren Entlastungen für Familien gegenüber.

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