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Konjunktur Regierung erwartet schwere Rezession wegen Corona-Krise

Das Handwerk fordert angesichts des Wirtschaftseinbruchs von mehr als sechs Prozent Investitionsanreize und Wachstumsimpulse.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit der schwersten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik. "Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft um 6, 3 Prozent schrumpfen wird", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit Blick auf die Folgen der weltweiten Corona-Pandemie für dieses Jahr. Eine leichte Erholung erwartet der Wirtschaftsminister ab der zweiten Jahreshälfte. Für das kommende Jahr prognostiziert die Bundesregierung ein Wachstum von rund fünf Prozent. Das Vorkrisenniveau wird nach ihrer Eischätzung aller Voraussicht nach erst 2022 wieder erreicht. Trotz des schon aufgespannten Schutzschirms von mehr als eine Billion Euro stellte Altmaier weitere Hilfen in Aussicht.

Der Minister will Nachfrage stimulieren

Wie der CDU-Politiker weiter sagte, ist ihm viel an weiteren Lockerungen für die Wirtschaft gelegen. Dies hänge allerdings von der Entwicklung der Infektionszahlen ab. Bereiche, die noch länger auf ihren Neustart warten müssen, will er mit weiteren Zuschüssen oder der Umwandlung von Krediten in Zuschüsse weiter unterstützen. Dazu zählten unter anderem Messen und das Gastgewerbe, aber auch Großveranstalter. Daneben sollten bestehende Hilfsprogramme verbessert werden. In einem dritten Schritt sollten mit einem Konjunkturprogramm Angebot und Nachfrage stimuliert werden. Denkbar seien in diesem Zusammenhang Hilfen für die Automobilindustrie, sagte er mit Blick auf die Schlüsselindustrie und ihre Zulieferbetriebe.

Handwerk fordert Vorziehen kommunaler Investitionen

Angesichts des konjunkturellen Einbruchs fordert Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer die richtige Weichenstellung für den Wieder-Hochlauf der Wirtschaft. Schon jetzt lasse sich für das Handwerk absehen, dass ein Großteil des Jahresgeschäfts in den vergangenen Wochen verloren gegangen sei. Es könne bis zum Jahresende kaum aufgeholt werden. Entscheidend sei deshalb, die Liquidität der Betriebe weiter zu stärken und Investitionsanreize zu setzen. Sobald die Unternehmen flächendeckend wieder arbeiteten, bedürfe es außerdem gezielter Wachstumsimpulse. "Die öffentliche Hand sollte mit gutem Beispiel vorangehen und Investitionen vorziehen", sagte er. Zuvorderst gehe es darum, dass die notwendigen Hygienevorschriften praktikabel und transparent seien und sich im betrieblichen Alltag umsetzen ließen.

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa, verlangte ein Konjunkturpaket für die Kommunen und Wachstumsimpulse für den Wohnungsbau. Noch gelinge es den Bauunternehmen größtenteils, den Baustellenbetrieb unter großen Anstrengungen aufrechtzuerhalten. Allerdings zeichne sich bereits ein massiver Nachfragerückgang ab. "Daher brauchen wir jetzt gezielte Impulse zur Stützung der Konjunktur", betonte er.

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