Politologe Sarcinelli: Regieren besondere Chance für die Grünen Raus aus der Nische

Der Politologe Ulrich Sarcinelli sieht im neuen rot-grünen Kabinett in Rheinland-Pfalz besonders eine Chance für die Grünen. Die am Montag vorgestellte Kabinettsliste stehe für eine Entwicklung der Grünen weg von ihrer tradierten Rolle als ökologische Nischenpartei, sagte der Politikwissenschaftler der Universität Koblenz-Landau am Dienstag in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd.

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Raus aus der Nische

Landau (dapd). Der Politologe Ulrich Sarcinelli sieht im neuen rot-grünen Kabinett in Rheinland-Pfalz besonders eine Chance für die Grünen. Die am Montag vorgestellte Kabinettsliste stehe für eine Entwicklung der Grünen weg von ihrer tradierten Rolle als ökologische Nischenpartei, sagte der Politikwissenschaftler der Universität Koblenz-Landau am Dienstag in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd.

Sarcinelli hob besonders die Besetzung des Wirtschaftsministeriums hervor. Als erste grüne Chefin dieses Ressorts in einem bundesdeutschen Flächenland könne Eveline Lemke die Wirtschaft durch politisches Gestalten vorantreiben. Sie bringe "durch ihre Arbeit als Unternehmensberaterin wirtschaftliche Kompetenz mit", sagte Sarcinelli. Vor allem Lemke könne nun beweisen, dass die Grünen nicht die Partei der Blockierer sei, als die sie von anderen Parteien im Wahlkampf dargestellt worden sei.

Die SPD hat nach Einschätzung Sarcinellis durch die Vergabe ihrer Ressorts die Frage nach einem Kronprinzen für Ministerpräsident Kurt Beck offengehalten. Doris Ahnen, Jochen Hartloff, Roger Lewentz und Hendrik Hering seien allesamt weiter im Rennen. Allerdings sähen sich einige von ihnen in der kommenden Legislaturperiode mit großen Aufgaben konfrontiert.

So stehe vor allem der designierte Infrastruktur- und Innenminister Lewentz vor Herausforderungen. In sein Ressort fallen der Nürburgring und die defizitären Flughäfen Hahn und Zweibrücken. "Hendrik Hering muss sich als neuer Fraktionsvorsitzender nun rhetorisch beweisen, was auch keine leichte Aufgabe ist", fügte Sarcinelli hinzu.

In der Opposition habe die CDU mit Julia Klöckner eine innerparteilich unumstrittene und nach außen streitbare Chefin. Mit der designierten Fraktionsvorsitzenden "wird es künftig wohl lauter im Landtag", sagte Sarcinelli.

dapd