Mehr als 11.000 Gründungsvorhaben wurden im vergangenen Jahr von den Sparkassen in Deutschland finanziert. 17 Prozent der Gründer davon kommen aus dem Handwerk. Oft steht und fällt die Gründung eines eigenen Betriebs mit einer solchen Kreditzusage. Existenzgründer sollten in das Bankgespräch deshalb nie unvorbereitet reingehen und sich vorab beraten lassen.

Insgesamt wurden die Gründungsvorhaben mit einem Finanzierungsbedarf von 1,1 Milliarden Euro finanziert von den Sparkassen. Handwerker erhielten für ihre Existenzgründung jeweils durchschnittlich 75.000 Euro.
Im Durchschnitt wurden die Finanzierungen zu 51 Prozent mit öffentlichen Fördermitteln, zu 33 Prozent aus Sparkassenkrediten und zu rund 10 Prozent aus Eigenmitteln der Gründer abgedeckt. Durch die Gründungen sind insgesamt 22.300 neue Arbeitsplätze entstanden.
"Existenzgründungen sind volkswirtschaftlich enorm wichtig, deswegen tragen die Sparkassen ihren Teil dazu bei, dass Existenzgründer gute Bedingungen hierzulande finden. Die Begleitung und Finanzierung von Gründungen liegt im Interesse der Kunden, der Sparkassen und der jeweiligen Region", sagte Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) dazu in Berlin.
Die Zahl der Existenzgründungen, die von Sparkassen im Jahr 2011 finanziert wurden, liegt mit minus drei Prozent nur leicht unter der Zahl des Vorjahres. Verantwortlich für den leichten Rückgang ist laut Experten die ausgesprochen gute Situation am Arbeitsmarkt, die den Druck zur Selbständigkeit in vielen Branchen entscheidend vermindert hat.
Die Geschäftsidee muss schlüssig sein
Auf die Qualität der Finanzierungsanfragen habe das einen positiven Einfluss. Sie lag laut dem Deutschen Sparkassen und Giroverband (DSGV) im Jahr 2011 mehrheitlich auf einem hohen Niveau und erlaubte, dass 52 Prozent der Anfragen auch tatsächlich finanziert werden konnten.
Am aussichtsreichen sind Anfragen bei einer Bank, wenn Sie als Gründer überzeugen können und zwar mit einer ausgereiften Geschäftsidee, die auch die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Fragestellungen abdecken. Die Kreditentscheidung fällt Ihrer Bank oder Sparkasse umso leichter, je mehr sie das Gefühl hat, Sie wissen, wovon Sie reden.- Kommen Sie deshalb gut vorbereitet und bringen Sie alles mit, was der Bankberater wissen muss – fragen Sie im Zweifel nach. Ein häufiger Grund für eine Absage ist ein mangelhafter Businessplan. Dabei ist ein überzeugendes Konzept kein Hexenwerk. Bei den Handwerkskammern gibt es dazu Beratungen und Informationen.
- Gut ist es auch, sich im Vorfeld über Fördermittel zu erkunden, zum Beispiel auf foederdatenbank.de oder bei der Kreditförderbank (KfW).
- Treten Sie bei dem Bankgespräch immer selbstbewusst auf. Sie sind kein Bittsteller, sondern ein Geschäftspartner der Bank. Je informierte Sie auftreten, umso besser Ihre Chancen.
- Wenn es doch nicht klappt, heißt das nicht, dass ihre Idee gestorben ist. Zum einen können Sie nachbessern und es noch einmal versuchen und zum anderen gibt es mehr Banken. Überlegen Sie, an was es lag und versuchen Sie es bei einer anderen Bank. Das bietet außerdem die Möglichkeit, Konditionen zu vergleichen.