Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat seinen Gewinn im ersten Quartal fast verdoppelt und für dieses Jahr ein Rekordergebnis angekündigt. Der schwächelnde Quizsender 9Live werde sein bisheriges Programm Ende Mai einstellen und bis auf weiteres nur noch Serien und Filme abspielen, sagte Vorstandschef Thomas Ebeling am Donnerstag in Unterföhring bei München.
ProSiebenSat.1 verdoppelt Quartalsgewinn dank Auslandssendern
München (dapd). Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat seinen Gewinn im ersten Quartal fast verdoppelt und für dieses Jahr ein Rekordergebnis angekündigt. Der schwächelnde Quizsender 9Live werde sein bisheriges Programm Ende Mai einstellen und bis auf weiteres nur noch Serien und Filme abspielen, sagte Vorstandschef Thomas Ebeling am Donnerstag in Unterföhring bei München.
Die Werbeeinnahmen der deutschen ProSiebenSat.1-Programme schrumpften, aber Nordeuropa, Österreich und die Schweiz erwiesen sich als Wachstumstreiber, ebenso das kleinere Internet- und Videogeschäft. Der Konzernumsatz stieg um 4 Prozent auf 683 Millionen Euro und der Gewinn von 22 Millionen auf 38 Millionen Euro.
Obwohl die deutsche Wirtschaft brummt, rechnet Ebeling mit allenfalls leicht steigenden Werbeeinnahmen für die deutschen TV-Sender in diesem Jahr. Zeitungen, Zeitschriften und Online profitierten stärker. Deshalb korrigierte er seine Umsatzprognose für 2011 leicht nach unten: ProSiebenSat.1 rechnet jetzt "mit steigenden Umsätzen im mindestens niedrigen einstelligen Prozentbereich", geht aber weiterhin davon aus, "2011 wieder ein Rekordergebnis zu erzielen".
Im vergangenen Jahr hatte der MDAX-Konzern 3,0 Milliarden Euro Umsatz und 313 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Bei der Prognose ist der soeben erfolgte Verkauf der niederländischen und belgischen Sender allerdings nicht berücksichtigt. Mit dem Verkaufserlös von annähernd 1,2 Milliarden Euro soll der immense Schuldenberg von 3,15 Milliarden Euro verkleinert werden. Der Aktienkurs ist seit Monaten auf Talfahrt und hat Spekulationen über einen bevorstehenden Ausstieg der beiden Hauptaktionäre, der Finanzinvestoren KKR und Permira, gedämpft.
Der Umsatz des Quizsenders 9Live, der sich durch kostenpflichtige Anrufe finanziert, brach im ersten Quartal um weitere 34 Prozent auf nur noch 9 Millionen Euro ein. Ein Teil der 60 Mitarbeiter soll bei anderen Sendern im Haus untergebracht werden, für den Rest wird über einen Sozialplan verhandelt. Auf dem Sendeplatz werden künftig hauseigene Filme oder Serien wie "Kommissar Rex" zu sehen sein.
Den Rückgang der Werbeeinnahmen bei den deutschsprachigen Sendern um 1 Prozent auf 413 Millionen Euro konnte auch das gute Geschäft in Österreich und der Schweiz nicht verhindern. Größter Wachstumstreiber aber war die Senderfamilie in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark, die ihre Umsätze um 27 Prozent auf 90 Millionen Euro erhöhte. Das dritte Segment Diversifikation wuchs um 9 Prozent auf 88 Millionen Euro, profitierte dabei aber auch von der Erstkonsolidierung der Online-Videothek maxdome.
Die Kosten des Konzerns stiegen um 3 Prozent und sollen auch auf Jahressicht leicht zulegen. Die Gruppe investiert in den Ausbau des Frauensenders sixx und in internationale TV-Programme. Ebeling sagte: "Unsere Wachstumsstrategie, unterstützt durch vernünftiges Kostenmanagement, setzen wir konsequent fort." Mittelfristig sehe er Wachstumschancen im deutschen TV-Werbemarkt, auch dank HD-TV und 3D-Fernsehen.
dapd
