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Hilfe für Betriebe Programm für Überbrückungshilfen geht an den Start

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer können sich ab sofort auf einer Plattform registrieren und Anträge für krisengeschüttelte Unternehmen stellen.

Nachdem Bundestag und Bundesrat vergangene Woche die Überbrückungshilfen in Höhe von rund 25 Milliarden Euro beschlossen haben, geht das Hilfsprogramm jetzt an den Start. Es werde "vielen mittelständischen Unternehmen helfen, die Krise zu überstehen", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). In einem ersten Schritt könnten sich jetzt Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, auf einer bundesweiten Online-Plattform registrieren lassen. Er gehe davon aus, dass die ersten Anträge für betroffene Unternehmen schon nächste Woche gestellt und erste Auszahlungen noch in der 4. Juliwoche vorgenommen werden könnten.

Unternehmen können Anträge nur über ihre Steuerberater stellen

Anders als bei den Soforthilfen müssen krisengeschüttelte Unternehmen diesmal über ihren Steuerberater, ihren Wirtschaftsprüfer oder einen vereidigten Buchführer einen Antrag auf die entsprechenden Zuschüsse stellen. Nicht zuletzt soll so Subventionsbetrug vermieden werden. Stichtag für das Ende der Antragsfrist ist der 31. August. "Wir Steuerberater stehen für unsere Mandanten in den Startlöchern und unterstützen sie in der Antragstellung", sagte zuvor Volker Kaiser, Vizepräsident der Bundessteuerberaterkammer, der Deutschen Handwerkszeitung.

Keine Beschränkung der Mitarbeiterzahl

Generell stehen die Zuschüsse branchenübergreifend allen Unternehmen und Soloselbstständigen zur Verfügung, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind. Antragsberechtigt sind aber nur diejenigen, deren Umsätze im April und Mai 2020 um mindestens 60 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten eingebrochen sind. Auch dürfen sie Ende 2019 noch keine Schwierigkeiten gehabt haben. War ein Unternehmen im April 2019 noch nicht am Start, werden die Monate November und Dezember 2019 für den Vergleich herangezogen. Beschränkungen bei der Mitarbeiterzahl gibt es keine, allerdings darf das Unternehmen im Jahr nicht mehr als 50 Millionen Euro Umsatz machen oder Hilfen über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds beantragt haben, wie Altmaier ergänzte.

Bisher gelten die Hilfen nur bis Ende August

Die Überbrückungshilfen gelten nach den Worten des Bundeswirtschaftsministers "zunächst" für die Fördermonate Juni, Juli und August. Ob die Fixkosten-Zuschüsse darüberhinaus verlängert werden, ließ er offen. Klar ist indessen, dass die Höhe der Zuschüsse vom geschätzten beziehungsweise tatsächlichen Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahresmonat abhängt. Die nichtrückzahlbare finanzielle Hilfe kann dann zwischen 40 und 80 Prozent der förderfähigen Fixkosten je Monat ausmachen. Für Unternehmen mit bis zu 5 Mitarbeitern (Stichtag: 29. Februar 2020) beträgt der maximale Zuschuss 9.000 Euro, bei bis zu zehn Mitarbeitern sind es 15.000 Euro für drei Monate. Bei größeren Unternehmen können es bis zu 150.000 Euro für drei Monate werden.

Zuviel ausbezahlte Zuschüsse müssen zurückbezahlt werden

Wie die Bundessteuerberaterkammer hervorhebt, können Unternehmen die Antragsstellung beschleunigen, indem sie rechtzeitig Kontakt zu ihren Steuerberatern aufnehmen und die Unterlagen gut vorbereiteten. Die Steuerberater werden das Zahlenwerk auf Plausibilität prüfen. "Es wird dann die Aufgabe des Steuerberaters sein, die Anträge an die entsprechende Stelle auf Länderebene weiterzuleiten", sagte Kaiser weiter. Dabei wird die Antragstellung teilweise über dieselben Stellen laufen wie die Soforthilfen, teilweise über andere, wie es im Bundeswirtschaftsministerium weiter heißt. "In jedem Fall wird es auch nachträglich Kontrollen geben", betonte Altmaier. Zuviel ausbezahlte Zuschüsse müssten dann zurückbezahlt werden.

Ergänzende länderspezifische Förderkomponenten möglich

Gegebenenfalls wird das Bundesprogramm noch durch länderspezifische Förderkomponenten ergänzt. So will beispielsweise Baden-Württemberg auf Antrag "einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1.180 Euro pro Monat berücksichtigen und auszahlen", wie das Wirtschaftsministerium in Stuttgart mitteilte. Damit sollen insbesondere Soloselbständige unterstützt werden.

Einen FAQ-Katalog sowie eine Checkliste für die Antragstellung stellt die Bundessteuerberaterkammer auf ihrer Website zur Verfügung.

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