Trotz der Verluste durch Fälschungen schwimmt die Branche auf einer Erfolgswelle Produktpiraten kopieren deutsche Maschinen

Man sollte es nicht glauben, aber Produktpiraterie macht selbst um den Maschinenbau keinen Bogen. Die durch Plagiate im Jahr 2007 entstandenen Schäden schätzt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) auf etwa sieben Milliarden Euro, Tendenz steigend.

Die Auftragsbücher der deutschen Maschinenbauer sind voll. Im Durchschnitt sind die Betriebe der Branche für 6,6 Monate ausgelastet. Foto: Klingelberg

Produktpiraten kopieren deutsche Maschinen

Im Jahr zuvor war der Schaden noch um zwei Milliarden Euro geringer. Von den betroffenen Unternehmen beklagten 24 Prozent einen Umsatzrückgang von mehr als fünf Prozent. Plagiate würden sowohl von ganzen Maschinen, als auch von Komponenten und Ersatzteilen hergestellt – vor allem in China, wo 71 Prozent der betroffenen Unternehmen die Nachbauten ihrer Produkte entdeckten. China ist auch Spitzenreiter unter den Absatzmärkten für Plagiate deutscher Maschinen. 17 Prozent der Fälschungen werden sogar in Deutschland auf den Markt gebracht.

Trotz der Verluste durch Produktpiraterie geht es den deutschen Maschinenbauern prächtig. „Wir schwimmen auf einer Erfolgswelle“, sagte VDMA-Präsident Manfred Wittenstein angesichts eines Produktionswachstums von 13,5 Prozent in den ersten beiden Monaten dieses Jahres. Für das gesamte Jahr prognostiziert der Verband ein Wachstum von fünf Prozent sowie 30.000 neue Arbeitsplätze. Demnach würden Ende 2008 rund 965.000 Personen im Maschinenbau arbeiten. Hinzu kämen rund 50.000 Leiharbeiter. Der Auftragsbestand liege derzeit bei 6,6 Monaten, einige Betriebe seien sogar bis ins Jahr 2009 ausgebucht.

dhz