Wirtschaftsdaten Produktion stagniert, Stimmung aber freundlicher

Deutsche Wirtschaft: Ist die Delle überwunden?

Der private Konsum ist weiterhin die Stütze der Konjunktur. - © Foto: Robert Schlesinger/dpa

Die verhaltene Investitionsneigung im Inland und die Ausdünnung des Handels mit Russland belasten die deutsche Industrie. Im Zeitraum Oktober/November 2014 stagnierte die Produktion auf Vorjahresniveau. Die Angst vor einer Rezession ist aber vorerst gebannt. Laut dem Ifo-Institut hat sich die Stimmung in den Chefetagen zuletzt wieder aufgehellt, nachdem sie auch im Hinblick auf kostenträchtige Projekte der Bundesregierung in den Keller gesackt war.

Ein Grund für die Erholung ist der florierende Handel mit den USA und Großbritannien. Der schwache Euro verbilligt die Lieferungen dorthin. Somit stiegen die gesamten Warenausfuhren im vergangenen Jahr um rund 3,5 Prozent.

Privater Konsum als Stütze

Ebenfalls wie ein Konjunkturprogramm wirkt der Preisverfall auf den Rohölmärkten. Er senkt die Kosten der Unternehmen und schafft Konsumspielräume. Im Dezember lag die Inflationsrate bei nur 0,2 Prozent. Niedriger war sie zuletzt im Oktober 2009 mit 0,0 Prozent.

Der private Konsum ist die Stütze der Konjunktur. Stabile Beschäftigung und höhere Einkommen heizen die Kauflaune zusammen mit dem niedrigen Zins- und Preisniveau an. Daraus zog der Einzelhandel nicht nur im Weihnachtsgeschäft seinen Nutzen. Letztlich stiegen die realen Umsätze 2015 um gut ein Prozent.

Teuerung unter Null

Unter null Prozent lag die Teuerung jüngst im Euroraum. Zudem ist die Dynamik in den Schwellenländern verhalten, die Russlandkrise nicht ausgestanden. In Erwartung fallender Absatzpreise zügeln Unternehmen ihre Investitionen. Zwischen September und November kletterten die Inlandsbestellungen bei den Investitionsgüterherstellern im Vergleich zu 2013 nur um 1,1 Prozent.

Der Arbeitsmarkt konnte sich bislang von konjunkturellen Störungen abkoppeln. Laut der Bundesagentur für Arbeit hat die Nachfrage nach Arbeitskräften im Dezember einen neuen Höchststand erreicht. Die Zahl der Erwerbstätigen stand im November bei 43,1 Millionen und damit so hoch wie noch nie. we/los