Vertrauenskrise in der Politik

Probleme in derKommunikation
Politiker und Bürger haben ein Kommunikationsproblem. Das kennen wir alle aus unserem Alltag. Aus Familie, Verein, Betrieb. Wenn das Gespräch versiegt, dann entstehen Unsicherheit und Unverständnis, Angst und Ärger. Das befeuert Konflikte und lässt sie eskalieren.
Aber während man persönliche Kommunikationsprobleme löst, indem man getrennte Wege geht oder sich an einen Tisch setzt, ist die Situation für Politiker und Bürger komplizierter. Zum einen gehört Kommunikation zum Kern der Demokratie. Sie basiert auf Vertrauen und Transparenz, die sich nur durch Kommunikation erreichen lassen. Ihr Abbruch ist keine Alternative. Zum anderen stehen zwischen Bürgern und Politik die Medien. Will man Kommunikation verändern, ist man auf sie angewiesen.
In der derzeitigen Krise der politischen Kommunikation ist es dabei nicht sinnvoll, den schwarzen Peter nur einer Seite zuzuschieben. Alle tragen Verantwortung und deshalb sind alle gefordert: Politiker müssen wieder anfangen, zu erklären und zu überzeugen. Auch wenn die Probleme komplex sind. Sie haben die Pflicht, Dinge verständlich zu machen, bevor sie entschieden werden. Sie dürfen sich nicht in Hinterzimmern abschotten, sie müssen sich von den Regeln medialen Erfolgs emanzipieren und den direkten Kontakt zum Bürger suchen.
Auch die Bürger müssen ihren Teil beitragen. Wer sich nicht interessiert, wer sich nicht informiert, wer nicht auf die Qualität der Medien achtet, die er nutzt, der wird schnell manipulierbar, durch emotionale Kampagnen, durch Scheinargumente und einprägsame Bilder.
Und schließlich die Medien: Konkurrenzdruck und Beschleunigung bedrohen ihre Unabhängigkeit, Objektivität und Qualität. Deshalb braucht es einerseits eine Stärkung der journalistischen Selbstkontrolle. Andererseits sind die Medien wie das Finanzwesen zu wichtig, als dass man sie völlig den Kräften des Marktes überlassen könnte. Wir alle sind also gefordert, den politischen Dialog zu stärken. In unser aller Interesse.