Die deutsche Tochter der britischen Bank HSBC prüft den Kauf von Teilen der nordrhein-westfälischen Landesbank WestLB. Ein Sprecher der in Düsseldorf ansässigen HSBC Trinkaus bestätigte auf dapd-Anfrage einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach das Institut mit den WestLB-Eignern die Möglichkeiten eines Teilerwerbs sondiert. "Ja, wir sind in Gesprächen", sagte der Sprecher.
Privatbank HSBC Trinkaus prüft Teilkauf der WestLB
Hamburg/Düsseldorf (dapd). Die deutsche Tochter der britischen Bank HSBC prüft den Kauf von Teilen der nordrhein-westfälischen Landesbank WestLB. Ein Sprecher der in Düsseldorf ansässigen HSBC Trinkaus bestätigte auf dapd-Anfrage einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach das Institut mit den WestLB-Eignern die Möglichkeiten eines Teilerwerbs sondiert. "Ja, wir sind in Gesprächen", sagte der Sprecher. Details wollte er nicht nennen. Die Verhandlungen befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium.
Die "Financial Times Deutschland" spekuliert, dass die HSBC am ehesten das Großkundengeschäft der Landesbank übernehmen könnte. Einen Blick in die Bücher der WestLB habe das private Kreditinstitut noch nicht werfen können.
Nach Einschätzung der Zeitung wäre das Geschäft wegen der Rolle des früheren CDU-Politikers Friedrich Merz jedoch relativ pikant: Merz, der noch bis zur vergangenen Woche von Eigentümern und staatlichem Stabilisierungsfonds SoFFin mit dem Verkauf der gesamten WestLB beauftragt war, sitze im Aufsichtsrat der HSBC Trinkaus. Einen Interessenkonflikt wegen seiner Ämter habe der ehemalige Politiker stets bestritten. Trinkaus werde "im Verkaufsprozess keine Rolle spielen und ist auch kein Kaufinteressent", wird Merz zitiert. Sollte sich daran etwas ändern, werde er sein Mandat bei der Privatbank aufgeben.
Die NRW-Landesbank musste in der Finanzkrise durch milliardenschwere Garantien der Eigentümer und eine Kapitalspritze des Bundes in Form einer Stillen Einlage gestützt werden. Seit Monaten ringen die EU-Kommission, das Land NRW, die Sparkassen und der Bund um die Zukunft des Instituts. Von einem Komplettverkauf hatten die Eigentümer wegen zu niedriger Angebote zuletzt abgesehen.
dapd
