Trotz des kräftigen Aufschwungs steigt die Zahl der Privatinsolvenzen, Unternehmen profitieren jedoch vom Boom. Am besten stehen Privatleute und Firmen im Süden Deutschlands da, wie die Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Freitag mitteilte.
Privat-Pleiten steigen trotz Aufschwung
Hamburg (dapd). Trotz des kräftigen Aufschwungs steigt die Zahl der Privatinsolvenzen, Unternehmen profitieren jedoch vom Boom. Am besten stehen Privatleute und Firmen im Süden Deutschlands da, wie die Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Freitag mitteilte. Während die Zahl der Privatinsolvenzen im Mai im Vorjahresvergleich demnach um 1,6 Prozent anstieg, gingen Firmenbankrotte um 7,2 Prozent zurück. Es habe 11.738 Privatinsolvenzen gegeben, damit liege die Zahl dieses Jahr erstmals über dem Niveau des Vorjahres.
Bezogen auf die Einwohnerzahl führt Bremen die Statistik mit 399 Verbraucherinsolvenzen je eine Million Einwohner an. Ebenfalls schlecht stehen Hamburg (198), das Saarland (196) und Niedersachsen (192) da. Am wenigsten Privatinsolvenzen wurden im Mai 2011 den Angaben zufolge in Baden-Württemberg mit 111 Pleiten je eine Million Einwohner registriert. Es folgen Bayern (114) und Thüringen (115).
Hauptursache der Verbraucherinsolvenzen bleibe Arbeitslosigkeit, teilte die Auskunftei weiter mit. Vor dem Hintergrund sinkender Realeinkommen sind zudem besonders Niedriglohnempfänger von Privatinsolvenzen betroffen. Aufgrund der aktuellen Entwicklung erwartet Bürgel im laufenden Jahr zwischen 137.000 und 140.000 Privatinsolvenzen.
Unternehmen dank Aufschwung stabiler
Anders als bei den Privatinsolvenzen drückt sich der Konjunkturaufschwung auch durch sinkende Zahlen bei den Unternehmensinsolvenzen aus. Die Zahl der Firmeninsolvenzen lag in diesem Mai demnach mit 2.498 Fällen um 7,2 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Absolut gesehen stehen im Mai 2011 die Bundesländer Nordrhein-Westfalen mit 442 Firmenpleiten, Niedersachsen (323) und Bayern (321) an der Spitze der Insolvenzstatistik. Bezogen auf die Umsatzsteuerstatistik gab es im Mai 2011 die meisten Firmeninsolvenzen in Sachsen-Anhalt (139 je 100.000 Unternehmen), Bremen (136) und Niedersachsen (119).
Wegen des Konjunkturbooms geht Bürgel von einem weiteren Rückgang der Firmeninsolvenzen aus und rechnet im laufenden Jahr mit bis zu 31.000 Unternehmensinsolvenzen. Allerdings könne die Schuldenkrise in Europa und in den USA den Optimismus für die deutsche Wirtschaft dämpfen.
dapd
