Der Verbraucherpreisauftrieb in Deutschland hat sich im März vor allem wegen kräftig gestiegener Energiepreise deutlicher als erwartet verstärkt. Laut dem Statistischen Bundesamt stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent und lagen damit um 1,1 Prozent über Vorjahresniveau.
Preisanstieg im März stärker als erwartet
Erstmals seit Februar 2009 überstieg die Teuerung damit die Marke von 1 Prozent. Im Februar waren die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent auf Monats- und 0,6 Prozent auf Jahressicht gestiegen.
Die Heizölpreise erhöhten sich den Angaben zufolge je nach Bundesland gegenüber dem Vormonat um 3,9 bis 8,8 Prozent und die Kraftstoffpreise um 3,8 bis 7,7 Prozent. Auf Jahressicht fielen die Anstiege noch stärker aus: Heizöl verteuerte sich um bis zu 35,1 Prozent, Kraftstoffe um bis zu 21,1 Prozent.
Die Nahrungsmittelpreise kletterten gegenüber dem Vormonat um 0,7 bis 1,1 Prozent, im Vergleich zu März 2009 waren sie aber teilweise noch billiger (minus 0,6 bis plus 1,1 Prozent). Endgültige Ergebnisse wird die Behörde am 13. April veröffentlichen.
Commerzbank-Volkswirt Simon Junker sagte, ausschlaggebend für den höheren Inflationsdruck seien die Energiepreise gewesen. Eoin O'Callaghan von BNP Paribas sagte, auch bei Freizeitangeboten, in Restaurants und Hotels sei es im März zu kräftigen Preisanstiegen gekommen. Ursache sei möglicherweise die frühe Lage des Osterfestes, die sich bereits im März in höheren Preisen von Pauschalreisen niedergeschlagen haben könnte. Junker rechnet damit, dass die Kernteuerung weiter zurückgehen wird. "Die moderate Lohnentwicklung, fallende Lohnstückkosten und die anhaltende Unterauslastung der Produktionskapazitäten sprechen dafür, dass die Unternehmen die Preise kaum anheben werden", sagte er.
ddp