Auto-Test: Ford Transit Custom Was der Ford Transit Custom kann

Anfang des nächsten Jahres will Ford mit dem neuen Transit die Verjüngungskur seiner Nutzfahrzeugflotte abschließen. Einen Vorgeschmack auf die Premiere des 3,5-Tonners hat Ford mit Transit Custom schon geliefert, der eine Gewichtsklasse tiefer in Deutschland gegen harte Konkurrenz antritt.

Ulrich Steudel

Der Ford Transit Custom besticht durch gute Verarbeitung und hochwertige Materialien. - © Foto: Ulrich Steudel
So bewertet die DHZ den Ford Transit Custom
positivnegativ
Display von Bordcomputer, Navi und Rückfahrkamera
Eco-Taste zum Spritsparen
Frontscheibenheizung
edle Ausstattung in Fahrerkabine
hoher Preis
glatter Ladeboden
Ablage über Armaturenbrett bleibt nicht offen

Auf dem Markt der Transporter mit einer Tonne Nutzlast muss es der Ford Transit Custom mit dem VW T5 und dem Mercedes Benz Vito aufnehmen. Bei Testfahrten der Deutschen Handwerks Zeitung konnte der Ford Transit Custom gleich auf Anhieb überzeugen. Dabei zeigt sich, dass Ford auch bezüglich des Preises mit den deutschen Mitbewerbern Schritt halten kann. Billig ist der Transit Custom nicht.

Schon der Grundpreis für den frontgetriebenen Kastenwagen mit langem Radstand in der gehobenen Limited-Ausstattung liegt bei knapp 40.000 Euro brutto. Mit einigen Extras wie Spurassistent, Park-Pilot, Rückfahrkamera, linker Schiebetür, Anhängerkupplung, Metalliclackierung oder dem Ford Navigationssystem - um nur die wichtigsten zu nennen - kommt das Testfahrzeug locker auf 44.600 Euro.

Annehmlichkeiten im Cockpit

Das Handy findet direkt neben dem Lenkrad seinen Platz. - © Foto: Ulrich Steudel
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Aber die Investition zahlt sich aus. Der Fahrer wird mit allerlei Annehmlichkeiten verwöhnt. Hochwertige Materialien und deren gute Verarbeitung sorgen für eine angenehme Haptik im Cockpit. Dabei haben die Entwickler auch kleinste Details im Auge gehabt, wie etwa die pfiffige Handyablage direkt neben dem Lenkrad zeigt.

Die Displays von Bordcomputer und Rückfahrkamera liefern gestochen scharfe Bilder. Nicht zu vergessen die bei Ford schon lange zum Standard gehörende Frontscheibenheizung – gerade beim Transporter mit seiner schwer zugänglichen Windschutzscheibe ein nicht zu unterschätzendes Plus vor jeder Winterfahrt.

Seite 2: Höchstgeschwindigkeit muss Eco-Taste gedrückt werden.>>>

Angetrieben von einem 155 PS starken Dieselmotor, dessen Kraft von einem Sechs-Gang-Getriebe übertragen wird, lässt sich der Transporter selbst bei guter Zuladung zügig bewegen. Schaltung und Lenkung arbeiten reibungslos.

Doch auf der Autobahn kommt der Custom trotzdem nicht über eine Geschwindigkeit von 115 km/h hinaus. Der Fahrer ahnt es schon: Hier wacht die Elektronik über den Kraftstoffverbrauch. Wer es eilig hat und eine höhere Tankrechnung nicht scheut, muss den Eco-Knopf drücken. Und schon schwirrt die Tachonadel weiter nach rechts. Der mit 6,9 Liter angegebene Kraftstoffverbrauch schnellt dann allerdings ebenfalls nach oben.

Laderaumboden zu glatt

Der Ladeboden ist sehr glatt und rutschig. - © Foto: Ulrich Steudel
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Weniger praktisch als viele Details im Cockpit ist der Boden im Laderaum, der für viele Transportgüter viel zu glatt geraten ist. Dagegen werden sich Handwerker vieler Gewerbe über die Durchladeklappe freuen. Durch Ausnutzen des Raumes unter dem Beifahrersitz erhöht sich die Ladelänge rund einen halben Meter.

Vor sechs Jahrzehnten hat mit dem FK 1000 die Erfolgsgeschichte der leichten Nutzfahrzeuge von Ford ihren Anfang genommen. Heute gilt der Transit als meisterverkaufter Transporter Europas, Mitte des Jahres rollte der siebenmillionste Transit vom Band. Der Ford Transit Custom lässt erahnen, dass die Erfolgsstory noch lange nicht zu Ende ist.