Baumarktkette verbucht dickes Minus bei Umsatz und Ergebnis - Prognose korrigiert Praktiker schreibt tiefrote Zahlen

Die Baumarktkette Praktiker kommt nicht aus der Krise. Das zweite Quartal habe im Geschäftsverlauf des Konzerns zwar eine leichte Verbesserung im Umsatztrend gebracht, aber keine Trendwende, teilte das Unternehmen am Mittwoch im saarländischen Kirkel mit. Die Einnahmen fielen im Jahresvergleich um 7,9 Prozent auf 956,6 Millionen Euro.

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Praktiker schreibt tiefrote Zahlen

Kirkel (dapd). Die Baumarktkette Praktiker kommt nicht aus der Krise. Das zweite Quartal habe im Geschäftsverlauf des Konzerns zwar eine leichte Verbesserung im Umsatztrend gebracht, aber keine Trendwende, teilte das Unternehmen am Mittwoch im saarländischen Kirkel mit. Die Einnahmen fielen im Jahresvergleich um 7,9 Prozent auf 956,6 Millionen Euro. Für das gesamte erste Halbjahr verbucht Praktiker einen Umsatzrückgang von 9,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Verzerrt wurde das operative Konzernergebnis (Ebita) im zweiten Vierteljahr durch Sonderaufwendungen, Wertberichtigungen und Rückstellungszuführungen. Der Verlust beläuft sich den Angaben zufolge auf minus 72,0 Millionen Euro, für den Zeitraum Januar bis Ende Juni ergibt sich ein operativer Verlust von insgesamt 143,5 Millionen Euro.

Das zweite Quartal sei enttäuschend verlaufen, sagte der scheidende Konzernchef Wolfgang Werner. "Das Auslandsgeschäft kommt nicht richtig in Gang, und die Neupositionierung von Praktiker Deutschland hat ihre Wirkung auf Umsatz und Ertrag bislang nicht so entfaltet wie erwartet."

Die Marke Praktiker wird in Deutschland seit April neu beworben. Die Strategie habe sich aber noch nicht in steigenden Umsätzen niedergeschlagen, hieß es. Hinzu komme, dass das Geschäft im vergleichbaren Vorjahreszeitraum massiv von offenen, allgemeinen Rabattaktionen geprägt war. Darauf sei in diesem Jahr ganz verzichtet worden. Praktiker Deutschland setzte im zweiten Quartal mit 697,4 Millionen Euro 11,2 Prozent weniger um als im Vorjahr. Zwischen Januar und Ende Juni gingen die Erlöse um 9,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurück.

Im Auslandsgeschäft sanken die Verkaufszahlen im zweiten Quartal ähnlich stark wie bereits in den ersten drei Monaten. Getrieben von der Entwicklung der für Praktiker wichtigen Länder Griechenland und Rumänen fielen die Einnahmen um 8,3 Prozent auf 259,2 Millionen Euro. Im gesamten ersten Halbjahr ergab sich ein Umsatzrückgang um 8,2 Prozent auf 435,8 Millionen Euro.

Angesichts der Zahlen passte der Konzern seine Prognose für das laufende Jahr an: Es sei jetzt damit zu rechnen, dass nicht nur der Konzernumsatz, sondern auch das operative Ergebnis vor Sondereffekten unter Vorjahresniveau liege.

dapd