Tschechiens Präsident Václav Klaus hat empört auf die neuerliche Forderung der Sudetendeutschen nach Worten des Bedauerns für die Vertreibung reagiert. Ausgerechnet kurz nach dem Jahrestag der grauenhaften Tragödie von Lidice eine Entschuldigung zu verlangen, sei Ausdruck von außerordentlicher Gefühllosigkeit und Unbelehrbarkeit, teilte Klaus am Samstag in Prag mit.
Präsident Klaus empört über Unbelehrbarkeit der Sudetendeutschen
Prag (dapd). Tschechiens Präsident Václav Klaus hat empört auf die neuerliche Forderung der Sudetendeutschen nach Worten des Bedauerns für die Vertreibung reagiert. Ausgerechnet kurz nach dem Jahrestag der grauenhaften Tragödie von Lidice eine Entschuldigung zu verlangen, sei Ausdruck von außerordentlicher Gefühllosigkeit und Unbelehrbarkeit, teilte Klaus am Samstag in Prag mit.
In Lidice hatten die Nationalsozialisten am 19. Juni 1942 aus Vergeltung für das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich, ein Massaker angerichtet. Diesem fielen insgesamt 340 Menschen zum Opfer.
Klaus reagierte mit seiner Mitteilung auf Äußerungen des Bundesvorsitzenden der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Franz Pany. Dieser hatte zum Auftakt des 62. Sudetendeutschen Tags am Samstag in Augsburg auf Queen Elisabeth verwiesen, die in Irland kürzlich Fehler Großbritanniens eingeräumt hatte. "Was hindert ein republikanisches Staatsoberhaupt wie den Präsidenten der Tschechischen Republik, solches oder Ähnliches in Richtung der vertriebenen und entrechteten Sudetendeutschen zu äußern?", rief Pany. Er mahnte, gute Nachbarschaft werde befördert durch Ehrlichkeit und die Bereitschaft, auch Fehlverhalten einzugestehen.
Klaus entgegnete, eine Entschuldigung mache Sinn als schöne menschliche individuelle Geste, die aus eigener Entscheidung heraus erfolge. Die Streitigkeiten über die Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg und alles, was mit ihm zusammenhing, ließen sich nicht durch Entschuldigungen lösen, schon gar nicht heute, also nach 66 Jahren. "Alle bisherigen entschuldigenden Äußerungen der tschechischen Seite wollen manche in Deutschland nicht hören", fügte Klaus hinzu.
dapd
