Arne Joswig ist vom Amt des Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) zurückgetreten. Der Rücktritt erfolge aus familiären Gründen, meldet der ZDK. Ende April hatte bereits Hauptgeschäftsführer Kurt Christian Scheel angekündigt, den Verband zu verlassen.

Seine Entscheidung hatte Joswig am Dienstag im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des ZDK erklärt. Vizepräsident Thomas Peckruhn wird bis zur Wahl eines neuen Präsidenten ab sofort das Amt weiterführen.
"Wir bedauern diese Entscheidung und wünschen Arne Joswig persönlich alles Gute", heißt es vonseiten des ZDK. Es sei wichtig, dass der Verband gerade dann, wenn die "zukünftige strategische Ausrichtung" definiert werde, weiter erfolgreich geführt werde.
Erst im Juni 2023 gewählt
Joswig war erst im Juni 2023 zum Nachfolger von Jürgen Karpinski gewählt worden. Der 62-jährige Diplom-Betriebswirt hatte von 1995 bis 2023 mit seinem Bruder die Autohaus-Gruppe Lensch & Bleck mit fünf Standorten in Schleswig-Holstein und Hamburg geführt. Joswig ist seit 2009 Mitglied im Präsidium des Landesverbandes Schleswig-Holstein und war seit Juni 2014 Mitglied im ZDK-Vorstand.
Damit verliert der Verband kurz nacheinander sowohl seine ehren- als auch seine hauptamtliche Führung. Ende April hatte ZDK-Hauptgeschäftsführer Kurt Christian Scheel mitgeteilt, den Verband zu verlassen. Er wolle sich neuen Aufgaben widmen. Scheel hatte auch erst im November 2022 die Nachfolge von Axel Koblitz als Hauptgeschäftsführer übernommen. Scheel war vom Verband der Deutschen Automobilindustrie gekommen, wo er in verschiedenen leitenden Funktionen tätig war.
Prozesse modernisiert
Laut ZDK hat Scheel den Verband mit einem Politikteam vor allem in Berlin und Brüssel neu positioniert. Inhaltlich habe er den Verband breit aufgestellt, um die Interessen der 39.000 Betrieb umfassend vertreten zu können. Mit dem Projekt #strongertogether sei es ihm gelungen, die Prozesse im Verband zu modernisieren.
Die beiden ZDK-Geschäftsführer Ulrich Dichert und Jürgen Hasler sollen kommissarisch die laufenden Geschäfte weiterführen.
Beim Fachmagazin "kfz-betrieb" heißt es, Anlass für die Verbandskrise sei die Auseinandersetzung mit dem Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK) und die beschlossene Trennung der bislang gemeinsamen Geschäftsstellen. Der ZVK hatte Ende 2024 beschlossen, eine eigene Geschäftsstelle einzurichten und die seit 1978 bestehende gemeinsame Struktur mit dem ZDK aufzulösen.
Mitte Mai hatten sich die Vorstände von ZDK und ZVK zu einer Klausurtagung in Berlin getroffen. Dort sollte die "zukünftige Ausrichtung einer gemeinsamen Interessenvertretung des Kraftfahrzeuggewerbes in Deutschland" definiert werden. ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn hatte betont, man habe in einem guten Geist und einem neuen Verständnis der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt begonnen.