"Jubel über den Tod eines Menschen ist etwas, was mir zutiefst fremd ist" Posselt sieht Tötung bin Ladens kritisch

CSU-Vorstandsmitglied Bernd Posselt sieht die Tötung von Terrorführer Osama bin Laden kritisch. Natürlich müsse man froh sein, dass ein Mann, der in großem Stil Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen habe, ausgeschaltet worden sei, sagte Posselt am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd in München.

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Posselt sieht Tötung bin Ladens kritisch

München (dapd). CSU-Vorstandsmitglied Bernd Posselt sieht die Tötung von Terrorführer Osama bin Laden kritisch. Natürlich müsse man froh sein, dass ein Mann, der in großem Stil Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen habe, ausgeschaltet worden sei, sagte Posselt am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd in München. "Nur muss ich sagen: Wenn es möglich gewesen wäre, was niemand beurteilen kann von uns, ihn vor Gericht zu stellen, hätte ich das begrüßt."

Dafür sprächen nicht nur moralisch-rechtsstaatliche Gründe, sondern auch das "Argument der politischen Vernunft". Denn ein solches Gerichtsverfahren hätte nach Einschätzung Posselts dazu geführt, Mythenbildungen zu verhindern. Er verwies darauf, dass selbst die schlimmsten NS-Großverbrecher vor Gericht gestellt worden seien. Ein solcher Prozess wäre auch im Fall bin Ladens "die richtige Antwort gewesen".

Freude über den Tod des Al-Kaida-Chefs hält der CSU-Europapolitiker für problematisch: "Jubel über den Tod eines Menschen ist etwas, was mir zutiefst fremd ist."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Montag erfreut gezeigt, "dass es gelungen ist, bin Laden zu töten". Der Vatikan hatte hingegen in Rom erklärt, der Tod eines Menschen sei für einen Christen niemals einen Grund zur Freude.

dapd