Chef und Betriebsrat des Sportwagenherstellers enttäuscht über künftigen Ministerpräsidenten Porsche kritisiert Kretschmann

Der Sportwagenhersteller Porsche fährt dem künftigen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann, an den Karren. Porsche-Chef Matthias Müller und Betriebsratschef Uwe Hück zeigten sich am Wochenende enttäuscht über Äußerungen des Grünen-Politikers.

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Porsche kritisiert Kretschmann

Stuttgart (dapd). Der Sportwagenhersteller Porsche fährt dem künftigen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann, an den Karren. Porsche-Chef Matthias Müller und Betriebsratschef Uwe Hück zeigten sich am Wochenende enttäuscht über Äußerungen des Grünen-Politikers.

"Wir haben Herrn Kretschmann schon Mitte April zum Gespräch eingeladen, und noch vor dem ersten Kontakt schießt er eine solche Breitseite gegen uns ab", sagte Müller dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Kretschmann hatte in einem Interview gesagt, weniger Autos seien besser als mehr. Zudem hatte der Grünen-Politiker ein Porsche-Modell als "pornografisch" bezeichnet.

Nach Aussage von Müller hatte es "mit der Fraktion der Grünen immer einen regen und intensiven Austausch" gegeben. Porsche und die Grünen hätten bislang ein gutes Verhältnis gehabt. Porsche bleibe gesprächsbereit.

Porsche-Betriebsratschef Hück sagte der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche": "Herr Kretschmann spielt leichtsinnig mit den Ängsten der Mitarbeiter." Und leider folge der Politiker "noch der alten Denkart, wonach schlecht ist, was sich flott fährt".

Hück warf dem Grünen-Politiker vor, dass er noch nicht ein einziges Mal bei Porsche gewesen sei. "Warum redet er nicht mit unseren Managern, dem Betriebsrat oder direkt mit den Beschäftigten?". Nur so könne er "erfahren, was wir bei Porsche etwa zum Thema Nachhaltigkeit in der Schublade haben - viel mehr, als er denkt".

Der Betriebsrat betonte, Porsche verkaufe "keine Dreckschleudern". Kretschmann riskiere, nicht nur bei überzeugten Autofahrern in Misskredit zu geraten: "Viele Leute sehen ihn inzwischen schon als Mappus in Grün." Hück hofft nun auf den Einfluss der SPD in der Koalition. "Wir brauchen nicht nur Grün im Ländle, wir brauchen viel Rot", sagte er.

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