Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) reagiert skeptisch auf Pläne der Bundesregierung, sogenannte Alkolocks für Alkoholsünder einzuführen. "Da sind noch viele Details offen", sagte Bode der Hannoverschen "Neuen Presse".
Politiker reagieren skeptisch auf Pläne für Alkoloks
Hannover/Passau (dapd). Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) reagiert skeptisch auf Pläne der Bundesregierung, sogenannte Alkolocks für Alkoholsünder einzuführen. "Da sind noch viele Details offen", sagte Bode der Hannoverschen "Neuen Presse".
So stelle er sich die Frage, wie man sicherstellen könne, "dass auch wirklich der Fahrer pustet und nicht ein nüchterner Beifahrer oder jemand ganz anderes". Alkolocks sind Atem-Messgeräte, die dafür sorgen, dass der Motor des Fahrzeugs nicht anspringt, wenn der Fahrer zu viel getrunken hat.
Bode sagte, er frage sich auch, ob die Geräte überhaupt völlig zuverlässig funktionieren. "Alle Autofahrer durch Alkolocks als potenzielle Alkoholsünder darzustellen, erscheint mir ebenfalls nicht angebracht", sagte er. Bode schlug deshalb einen Pilotversuch vor, um die nötigen Antworten zu finden.
Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Florian Pronold, wertete die Idee der schwarz-gelben Koalition als Aktionismus, bei Alkoholsündern den Führerschein-Entzug zu verkürzen, wenn sie eine Wegfahrsperre einbauen lassen. Der Führerscheinentzug sei eine harte Sanktion, sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. Da dürfe es keine Rabatte geben.
Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) schlug vor, den Einsatz von Alkolocks auf freiwilliger Basis zu prüfen. Die Wegfahrsperren würden bereits in anderen Ländern erprobt und könnten die Verkehrssicherheit womöglich weiter erhöhen. "Diese Option wollen wir nach Möglichkeit nutzen", sagte Zeil der Zeitung. Ein verpflichtender Einbau der mindestens 1.000 Euro teuren Geräte sei allerdings nicht sinnvoll.
dapd
