Plumpe Art des Auftritts
Zur Imagekampagne
An dieser Stelle möchte ich mich zur aktuellen Werbekampagne „DAS HANDWERK“ äußern und meinen Unmut über diese plumpe Art des Marketingauftritts ausdrücken. Ich kann nur sagen, dass ich mich von dieser Werbung als Handwerksmeister nicht vertreten fühle. Warum?
1. Eine Werbung für DAS Handwerk vom Optiker über den Bäcker bis zum Zimmermann ist meiner Meinung nach wenig zielführend. Selbst für eine Beachtung von Jugendlichen bei der Ausbildungsplatzsuche halte ich sie für verfehlt. Da wäre die einzelne Vorstellung eines der vielen Handwerksberufe, von mir aus auch eines „Exotischen“, schon viel sinnvoller, um die Aufmerksamkeit künftiger Leistungsträger zu wecken.
2. Der Bezug zu verwirrt aussehenden Urmenschen an der Straßenwerbung mit dem dezenten Hinweis „Den Rest hätten wir gemacht“ ist ein Schulterklopfen mit verbundenen Augen. Menschen, die das Lesen und Rechnen entdeckt bzw. Computer oder Kopfschmerztabletten erfunden haben, waren wahrscheinlich keine Handwerker.
3. Man fragt sich wieder einmal, wofür meine Mitgliedsbeiträge und Steuern ausgegeben werden und welche Entscheidungsgremien es für diese teure Kampagne wohl gab. Jedenfalls hätte man zuvor mit einer stichprobenartigen Mitgliederbefragung zur Außenwirkung dieser großangelegten Aktion manch primitiv klingenden Spruch einsparen und die eigentlichen Themen anders anpacken können.
Somit kann man nur hoffen, dass die beauftragte Werbefirma ordentlich verdient hat.
Tobias Anke,
Meister SHK, Chemnitz