Hauptuntersuchung bei Fahrzeugen Pläne von jährlicher TÜV-Untersuchung vom Tisch

Nach den EU-Verkehrsministern hat sich auch das Europaparlament gegen die Pläne der EU-Kommission entschieden. Die deutsche Regelung dürfte damit gesichert sein. Mit dem Abstimmungsergebnis gehen die Parlamentarier nun in Verhandlungen mit den EU-Staaten über das Gesetzespaket.

Das Europaparlament hat die von Kallas vorgeschlagene jährliche TÜV-Untersuchung bei Altfahrzeugen abgelehnt. - © TÜV Süd

Die Pläne der EU-Verkehrskommission, die Autos in der EU jährlich zur Hauptuntersuchung zu führen, sind nun endgültig beerdigt. Stattdessen soll es künftig EU-Mindeststandard sein, den Wagen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung zu bringen.

Die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten dürfen somit strengere Regeln einführen. Für deutsche Kraftfahrer ändert sich allerdings nichts an der derzeitigen Rechtslage. Neuwagen müssen hierzulande erstmals nach drei Jahren zum TÜV, danach alle zwei Jahre. Auch Motorräder müssen in Deutschland regelmäßig zur Kontrolle. Die Prüfpflicht für Krafträder wollen die Abgeordneten 2016 auch europaweit einführen.

Finanzieller Mehraufwand für Autofahrer

Nach den Plänen von EU-Verkehrsminister Siim Kallas sollten Wagen bereits ab sechs Jahren nach der Erstzulassung jährlich zum  TÜV oder ab einem Kilometerstand von 160.000 Kilometern.

Rund 60 Euro kostet im Durchschnitt eine Hauptuntersuchung. Für viele Fahrer ist das eine zusätzliche finanzielle Belastung. Insgesamt sind derzeit mehr als 43 Millionen zugelassene PKW mit einem Durchschnittsalter von 8,6 Jahren auf deutschen Straßen zugelassen. Mehr als die Hälfte würde unter die von Kallas vorgeschlagenen Kriterien fallen und wäre davon betroffen gewesen.

Nach Berechnungen des ADAC wäre der gesamte Mehraufwand auf 630 Millionen Euro pro Jahr gestiegen.Der Vorschlag der jährlichen TÜV-Untersuchung sollte zu mehr Sicherheit auf den Straßen Europas führen und die Zahl der Verkehrstoten reduzieren. Laut Angaben eines ADAC-Sprechers sind aber nicht nur technische Mängel ein Sicherheitsproblem. Daneben spielt das eigene Fahrverhalten eine wichtige Rolle.

Neben dem jährlichen Gang zur Hauptuntersuchung sprach sich das Europa-Parlament auch für einheitliche TÜV-Kriterien im EU-Raum aus. Während in einigen Ländern Anhänger geprüft werden müssen, ist das in  anderen Ländern nicht der Fall. Um die Unterschiede auszugleichen sprechen sie sich für die Angleichung der Kriterien aus. dhz