Verband der Automobilindustrie Pkw-Absatz in Deutschland bricht im Mai ein

Nach einem deutlichen Anstieg im April sind die Neuwagenverkäufe in Deutschland im Mai wieder eingebrochen. Mit 275.300 Fahrzeugen seien sechs Prozent weniger Wagen als im ohnehin schwachen Vorjahresmonat verkauft worden.

Pkw-Absatz in Deutschland bricht im Mai ein

Dabei habe der Mai in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger gehabt als im Vorjahr. Doch auch um diesen Effekt bereinigt verbleibe für Mai ein Minus von 2,8 Prozent in der Statistik, erklärte der Verband der Automobilindustrie (VDA).

Von den Rückgängen betroffen waren vor allem deutsche Autobauer, hieß es weiter. Während dort der Absatz um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückging, büßten ausländische Marken lediglich drei Prozent ein.

VDA-Präsident Matthias Wissmann und VDIK-Präsident Volker Lange machten für die Gesamtrückgänge unter anderem die gestiegenen Spritkosten verantwortlich. Vor allem der Preisanstieg beim Diesel mache sich bei der Zahl der Neuzulassungen bemerkbar. So seien im Mai nur noch 44,5 Prozent der verkauften Autos mit einem Dieselmotor ausgestattet gewesen, fast drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Als weiteren Grund für die Absatzrückgänge nannte Wissmann die Verunsicherung der Kunden durch die Diskussion um die Kfz-Steuerreform. "Wir brauchen endlich Klarheit über die Ausgestaltung der steuergesetzlichen Rahmenbedingungen, um den Knoten auf dem Inlandsmarkt zu lösen", erklärte Wissmann. Wegen des Streits zwischen den Ministerien für Umwelt, Finanzen und Wirtschaft um die Behandlung von Altfahrzeugen hatte das Bundeskabinett die angekündigte Umstellung der Kfz-Steuer auf Kohlendioxid-Ausstoß zuletzt auf unbestimmte Zeit verschoben.

Trotz der negativen Entwicklung im Mai verzeichneten die Neuzulassungen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mit 1,3 Millionen Fahrzeugen ein Plus von vier Prozent. Grund seien unter anderem die guten Verkaufszahlen im April gewesen, hieß es. Damals wurden, auch dank der zusätzlichen Arbeitstage durch das frühe Osterfest im März, mit rund 318.000 Neuwagen fast 20 Prozent mehr Autos verkauft als im Vorjahresmonat. Bis Jahresende rechnet der Branchenverband mit mindestens 3,2 Millionen Pkw-Verkäufen in Deutschland.

ddp