Maschinenbauer profitieren vom Solarboom Photovoltaikbranche auf Wachstumskurs

Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer profitieren erheblich von der weltweit wachsenden Nachfrage nach Solarstrom. Allein die Ausrüster der Solarindustrie erwirtschafteten im vergangenen Jahr 875 Millionen Euro und wachsen weiter.

Die Solarbranche boomt. Davon profitiert auch das Handwerk. Foto: BSW

Photovoltaikbranche auf Wachstumskurs

Für 2008 rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mit einem Umsatz der mittelständisch geprägten Zuliefererbranche von rund einer Milliarde Euro. Gleichzeitig werde der technologische Vorsprung in diesem Bereich dafür sorgen, dass Deutschland seine Führungsposition in der Solartechnik weiter ausbaut.

In spätestens zehn Jahren werde Solarstrom wettbewerbsfähig mit den Verbrauchertarifen für Strom aus konventionellen Gas- und Kohlekraftwerken, rechnet der BSW. Voraussetzung dafür seien jedoch anhaltend attraktive Investitionsbedingungen. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz verankerte Solarförderung dürfe nicht zu schnell reduziert werden, so die übereinstimmende Forderung von Forschungs-, Industrie- und Handwerkerverbänden.

Allein in den letzten zehn Jahren konnten die Kosten für Solarstromanlagen in Deutschland nahezu halbiert werden. 2007 sanken sie nach Angaben des BSW um sechs Prozent. Geschäftsführer Carsten Körnig: „Sobald Solarstrom vom eigenen Dach günstiger ist als konventioneller Strom aus der Steckdose, wird Solarenergie zu einer tragenden Säule der Stromversorgung.“ Langfristig rechnet der BSW mit einem Solaranteil von rund einem Viertel am deutschen Strommix.

Die Photovoltaikbranche zählt in Deutschland inzwischen rund 100 Hersteller, Maschinen- und Anlagenbauer. Während die Zuliefererindustrie vornehmlich in den alten Bundesländern beheimatet ist, siedeln sich die Solarfabriken für die Produktion von Solarzellen und Solarmodulen vor allen Dingen in den neuen Bundesländern an. Im Jahr 2007 konnte die deutsche Solarbranche nach Verbandsangaben ihre Auslandsumsätze um rund 70 Prozent steigern.

In Deutschland werden derzeit erhebliche Produktionskapazitäten für die Herstellung von Solarzellen und Solarmodulen aufgebaut. Nach einem jüngst vom Institut für Wirtschaftsforschung der Uni München (ifo) und Wirtschaftsexperten des EuPD Research erstellten Gutachten werden deutsche Solarfabriken ihre Kapazitäten für die Produktion von Solarzellen von 1,7 Gigawatt (GW) im vergangenen Jahr auf 4,5 GW im Jahr 2010 mehr als verdoppeln.

Die Produktionskapazitäten für Solarmodule werden sich am Standort Deutschland von 1,2 GW auf 3,8 GW verdreifachen. Die Branche beabsichtigt in den nächsten drei Jahren hierzulande über sieben Milliarden Euro in den Auf- und Ausbau modernster Solarfabriken zu investieren, zudem rund 600 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Photovoltaikbranche wird sich inklusive Zulieferer von 6,5 Milliarden Euro 2007 auf nahezu zwölf Milliarden Euro im Jahr 2010 erhöhen, so die Gutachter. Die Branche werde dann 55.000 Menschen in Deutschland beschäftigen und die Hälfte ihrer Umsätze im Ausland erzielen. dhz