Sanitätshäuser, Verbände und Patienten befürchten drastische Nachteile für die Patientenversorgung durch Ausschreibungen bei der Hilfsmittelversorgung seitens der Krankenkassen. Eine Petition soll den Qualitätsverfall verhindern.

Das berichtet der Bundesinnungsverband Orthopädie.Technik (BIV-OT). Mehr als 57.000 Unterstützer wurden jetzt für eine Petition gegen die Ausschreibung von Rollstühlen gesammelt. Die Petition soll im Mai in Berlin an Gesundheitspolitiker der Regierung übergeben werden.
Seit dem 1. Januar werden Standardrollstühle, Leichtgewichtsrollstühle und Toilettenrollstühle durch die DAK ausgeschrieben. Das Verfahren sei, so der BIV-OT, jedoch bei der Hilfsmittelversorgung körperlich eingeschränkter Menschen umstritten. Die Rollstühle seien nicht den Bedürfnissen der Patienten angepasst. Der BIV-OT beklagt, dass bei den Ausschreibungen nicht mehr die Qualität der Dienstleistung den Zuschlag ausmache, sondern allein der Preis.
Nur noch der Preis entscheidet
Initiator der Petition ist Gerhard Marx. Er ist selbst Inhaber eines Sanitätshauses und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Reha des Fachbeirats Technische Orthopädie. Marx wehrt sich gegen die "deutliche Verschlechterung" der Patientenversorgung. Die Qualität der Dienstleistungen sei nicht mehr das entscheidende Kriterium für den Zuschlag und auch die ausgeschriebenen Leistungen würden nicht mehr durch die Krankenkassen kontrolliert.
Der BIV-OT unterstützt die Petition. Die Erfahrungen der letzten Jahre mit der Ausschreibung von Hilfsmitteln hätten deutlich gezeigt, wie sehr die Preispolitik auf Kosten der Patientenversorgung geht. "Die Gesetzgebung muss hier den Krankenkassen klare Grenzen setzen. Es kann nicht sein, dass allein der Preis bestimmt", sagt Verbandspräsident Klaus-Jürgen Lotz. fm
Die Petition finden Sie hier .