Der "Petersburger Dialog" als Meinungsaustausch zwischen deutschen und russischen Vertretern aus Politik, Kultur und Gesellschaft soll erneuert werden. Es müsse diskutiert werden, ob die Veranstaltung nach zehn Jahren ihres Bestehens "eine neue Form, eine neue Variante" brauche, sagte der Vorsitzende des deutschen Lenkungsausschusses, Lothar de Maizière am Sonntag in Wolfsburg.
"Petersburger Dialog" soll neu ausgerichtet werden
Wolfsburg (dapd). Der "Petersburger Dialog" als Meinungsaustausch zwischen deutschen und russischen Vertretern aus Politik, Kultur und Gesellschaft soll erneuert werden. Es müsse diskutiert werden, ob die Veranstaltung nach zehn Jahren ihres Bestehens "eine neue Form, eine neue Variante" brauche, sagte der Vorsitzende des deutschen Lenkungsausschusses, Lothar de Maizière am Sonntag in Wolfsburg.
Sein Amtskollege auf russischer Seite, Vizepremier Viktor Subkow, betonte, die wichtigste Aufgabe der seit 2001 bestehenden, jährlich stattfindenden Veranstaltung sei es, die Kontakte zwischen den Zivilgesellschaften Deutschlands und Russlands zu erhalten. Die gegenwärtige Aufgabe sei es, "darüber nachzudenken, was uns in den nächsten zehn Jahren erwartet".
Auch Deutschland müsse sich modernisieren
Von Sonntag bis Dienstag tauschen sich rund 300 Teilnehmer aus Deutschland und Russland über gesellschaftliche Fragen beider Länder aus. Der "Petersburger Dialog" steht in diesem Jahr unter dem Motto "Bürger, Gesellschaft und Staat - Partner im Modernisierungsprozess".
Subkow sagte, im Mittelpunkt stünden Themen, die beide Länder beträfen. Modernisierung sei auch für Deutschland ein Thema, dies mache der Beschluss zum Atomausstieg deutlich. In Zukunft ohne Atomkraft auskommen zu wollen, sei für Deutschland eine tiefgreifende Entscheidung und "eine groß angelegte Modernisierung".
Einen ergebnisreichen Austausch erhoffen sich de Maizière und Subkow besonders von den Diskussionen über Migration und Integration. "Wir hoffen, dass wir in Migrationsfragen Erfahrungen aus Deutschland übernehmen können", sagte Subkow.
Keine Misstöne wegen abgesagter Putin-Ehrung
Eine Beeinträchtigung des deutsch-russischen Verhältnisses wegen der abgesagten Verleihung des Quadriga-Preises an Wladimir Putin sehen de Maizière und Subkow nicht. Das Kuratorium des Preises hatte am Samstag nach heftiger Kritik an der geplanten Ehrung erklärt, den Preis in diesem Jahr komplett auszusetzen. Subkow sagte: "Da der Preis auch für die Zusammenarbeit beider Länder vergeben wird, frage ich mich: Wer hat mehr dafür getan als Wladimir Putin?".
Putin habe den "Petersburger Dialog" 2001 zusammen mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ins Leben gerufen. Als Politiker von Weltrang habe er auch mehrere bedeutende Auszeichnungen erhalten. Subkow sagte, es stehe ihm aber nicht zu, über die inneren Belange der Jury zu urteilen. Der "Petersburger Dialog" sei wegen der Absage nicht beeinträchtigt, betonte er.
dapd
