Dubrovnik Perle in alten Mauern

Dubrovnik und deren Altstadt sind UNESCO-Weltkulturerbe. Nur selten findet man solch ein Zusammenspiel intakter Gebäude aus verschiedenen Baustilen. Die Stadt verzaubert Einwohner und Touristen gleichermaßen. Von Patrick Choinowski

Perle in alten Mauern

Wenn die Sonne untergeht, trauen sich auch die Einheimischen aus ihren Häusern. "Gospari" werden sie genannt, was so viel heißt wie "Herren". Schnell wird auch klar, woher der Name kommt. Erstens, da es in den Abendstunden etwas kühler wird, und, zweitens nehmen die Touristenströme ab. Dann erhält die „Placa“ den Flair, den die Dubrovniker so lieben an ihrer Hauptstraße. Die „Gospari“ strömen in die Cafés und ergötzen sich immer wieder an der Schönheit ihrer Stadt. Fällt sie in den Abendstunden in dieses weiche Licht, traut man sich eigentlich gar nicht mehr, sie zu betreten. Der Steinbelag glänzt und funkelt wie ein geschliffener Edelstein. Dazu ertönt aus den Cafés und kleinen Gassen traditionelle oder auch Jazzmusik – Dubrovnik entpuppt sich als heitere Diva von kühler marmorner Schönheit.

Wettstreit mit Venedig

Seit jeher kämpfte die Handelsstadt in Süddalmatien – damals noch unter dem lateinischen Namen Ragusa – mit Venedig auf der italienischen Seite der Adria um den Ruf der "Perle der Adria". Wie in den vergangenen Jahrhunderten schafft es Dubrovnik noch heute, den Venezianern Paroli zu bieten. Wie eine Auster liegt die Altstadt, die knapp 2.000 Einwohner zählt, zwischen Wasser und Fels. In der Mitte, umrahmt von einer 1.940 m langen Steinmauer, findet sich die Perle, die von oben betrachtet bunt leuchtet und ein wenig aus der Zeit des Jugoslawienkrieges vor 15 Jahren erzählt. Da sind die Häuser mit den alten, dunkelroten Dächern, die den Bombenhagel, der von den Bergen aus auf Dubrovnik niederprasselte, gut überstanden haben. Klar dominieren aber die orangefarbenen Dächer. Sie sind neu und bezeugen die große Zerstörung, die in der Stadt geherrscht haben muss.

Mittlerweile sind zumindest an den Bauwerken aus Renaissance und Barock keine Spuren des Krieges mehr zu sehen. Im Gegenteil, die Altstadt kann es mit jeder anderen aufnehmen und bietet neben dem alten Hafen ein weiteres Highlight, mit dem nur wenige Konkurrenten aufwarten können: An zwei Stellen haben die Dubrovniker durch die Mauer Zugänge zu den Felsen geschaffen. Über eine Steintreppe gelangt man ans Meer und kann sich während des Stadtbummels schnell abkühlen.

Dies sind freilich nicht die beiden offiziellen Eintrittsbereiche in die Altstadt. Zwei große Tore – Pile im Westen und Ploce im Osten – öffnen die Perle der Auster. Man gelangt auf die Hauptstraße, die "Placa", wobei Hauptstraße eigentlich der falsche Begriff ist. Denn Autoverkehr ist in der Altstadt von Dubrovnik untersagt. Ab und zu rollen Elektrofahrzeuge, die Restaurants und Geschäfte beliefern, über den geschliffenen Steinbelag. Nicht nur deswegen gilt sie als einer der schönsten Barockstraßen der Welt. Als 1667 ein Erdbeben alle Bauten an der "Placa" zerstörte, wurden bei der Neuplanung gleiche Giebelhöhe, einheitliche Fronten und der Einbau von Geschäften im Parterre vorgeschrieben.

Die "Placa" lädt zum Bummeln, Shoppen oder Sightseeing ein. Das nutzen auch die Touristen, die mit Kreuzfahrtschiffen in die Stadt einfallen. Ist so ein Schiff im neuen Hafen außerhalb von Dubrovnik eingelaufen, wimmelt es wenig später nur so von Menschen. Diese "Rushhour" ähnelt der, die auf den Straßen außerhalb der Altstadt herrscht. Auch hier geht es meist nur im "Stop-and-go" vorwärts.

Ruhe suchen auf den Elafitischen Inseln

Wem das alles zu hektisch ist, der flüchtet nach dem Bummel in der Altstadt mit einem der zahlreichen kleinen Schiffe im alten Hafen auf eine der Inseln, die sich rund um Dubrovnik in der Adria tummeln. Insgesamt gehören zu Kroatien 1.185 Inseln, ein Großteil ist der dalmatinischen Küste vorgelagert. 14 davon gehören zu den Elafitischen Inseln, die direkt vor Dubrovnik liegen. Regelmäßig verkehren Schiffe beispielsweise nach Lopud oder Sipan. Beide Inseln sind autofrei, bieten einen herrlichen Blick auf die Küste und locken zudem mit zahlreichen, einsamen Buchten zum Sprung in die glasklare Adria. Lopud und Sipan sind Orte der Ruhe. Die wenigen Einwohner bieten ein paar Souvenirs, vermieten Fahrräder und genießen das Leben – eine Tugend, die an der dalmatischen Küste weit verbreitet ist und jeden Touristen ansteckt.

Reiseinformationen: Dubrovnik und die Küste Süddalmatiens ist mit dem Auto, per Schiff und mit dem Flugzeug erreichbar. Air Berlin und Tuifly fliegen den Flughafen Cilipi von allen großen deutschen Städten an.

Übernachtung: Reiseanbieter Tui hat zahlreiche Hotels unterschiedlicher Kategorie im Programm. Im Jahr 2009 renoviert wurde das Hotel Lacroma Valamar auf der Halbinsel Babin Kuk in der Nähe von Dubrovniks Altstadt.

Essen: In einer kleinen Bucht an der Mauer der Altstadt bietet das Restaurant Nautica frischen Fisch und Meeresfrüchte – und das bei einem herrlichen Blick auf die Adria. Extravagant geht es zu im Lounge und Restaurant Gils. Es befindet sich in und auf der Stadtmauer, verfügt über Separées und bietet die Möglichkeit, auf der alten Mauer im Blick auf den alten Hafen zu speisen.

Buchung ist möglich unter tui.de oder in jedem Tui Reisebüro.