Gesundheit -

Ergonomie am Arbeitsplatz Perfektes Umfeld für eine gute Arbeit

Handwerker sehen den Schwerpunkt ihrer Arbeit in der Werkstatt oder auf der Baustelle. Dennoch verbringen gerade Chefs einen großen Teil ihrer Zeit im Büro und erfahren: Viel Sitzen schadet der Gesundheit. Mit einer guten Ergonomie können sie aber gegensteuern. Darauf müssen Unternehmer achten.

Vier große Teilbereiche gilt es zu beachten, um die Belastungen durch einen langen Bürotag möglichst gering zu halten.
  1. Der Stuhl
    Der Bürostuhl sollte höhenverstellbar sein. Die flexible Rückenlehne sollte mindestens bis zu den Schulterblättern reichen und die Lendenwirbelsäule auf Gürtelhöhe unterstützen. Rollen, Federung und verstellbare Armlehnen entlasten zusätzlich. Der Stuhl ist dann richtig eingestellt, wenn der Sitzende beide Füße fest auf den Boden stellen kann und dabei zwischen Ober- und Unterschenkeln ein rechter Winkel entsteht oder die Oberschenkel ein leichtes Gefälle hin zu den Knien haben.
  2. Der Schreibtisch
    Ideal sind Tische, deren Höhe sich ohne Aufwand vom Sitz- bis zum Steharbeitsplatz ändern lässt. Auf dem Schreibtisch müssen Tastatur, Bildschirm und Maus ausreichend Platz haben. Zusätzlich muss genügend Raum sein für alle anderen Arbeitsmittel wie Stifte, Unterlagen etc. Grundsätzlich gilt die Regel: Was häufig genutzt wird, liegt näher, was seltener gebraucht wird, liegt weiter weg.
  3. Bildschirm, Tastatur und Maus
    Der Bildschirm muss frontal vor dem Sitzenden sein, eine seitliche Position versursacht auf Dauer Nackenschmerzen. Die oberste Zeile am Bildschirm liegt auf Augenhöhe, so dass der Kopf immer gerade oder leicht nach vorn geneigt ist. Der Abstand zwischen Augen und Bildschirm beträgt abhängig von der Bildschirmgröße etwa eine Armlänge.
    Auch die Tastatur liegt parallel zur Tischkante, zehn bis 15 Zentimeter vom Rand entfernt; direkt daneben die Maus. Beides sollte der Nutzer mit entspannten Handgelenken und Fingern bei geringem Armhebel nutzen können. Im Zweifelsfall helfen ergonomische Mäuse und Tastaturen sowie Handgelenkauflagen. Beim Tippen hängen die Oberarme entspannt nahe dem Körper nach unten.
  4. Die Umgebungsbedingungen
    Zu den allgemeinen Bedingungen zählen Licht, Geräusche und das Raumklima. Jeder Büroarbeiter sollte Sichtverbindung nach außen haben, ohne vom Tageslicht – oder einer künstlichen Lichtquelle – gestört zu werden. Tageslicht sollte also von der Seite kommen, künstliche Beleuchtung so angeordnet sein, dass keine Reflexionen im Bildschirm entstehen. Die Lichtstärke in der direkten Umgebung des Arbeitsplatzes beträgt 500 Lux, im weiteren Raum 300 Lux. Der Lärm am Arbeitsplatz ist laut Arbeitsstättenverordnung so gering wie möglich zu halten. Für komplexe Bürotätigkeiten sollte er 55 dB(A) nicht überschreiten, bei weniger anspruchsvollen Aufgaben gelten 70 dB(A) als Grenzwert.
    Das Raumklima setzt sich zusammen aus Temperatur, Luftfeuchte, Luftbewegung und Wärmestrahlung. Ideal ist eine relative Luftfeuchte von höchstens 50 Prozent, eine Temperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius und eine Luft­ge­schwindigkeit von höchstens 0,15 m/s. Untersuchungen zeigen, dass Fensterlüftung weniger Beschwerden verursacht als Klimaanlagen.

Leitfaden für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze

Die DGUV-Information 215-410 "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung“ thematisiert, wie ein ergonomisches Büro im Detail einzurichten ist, und verweist auf alle zugrundeliegenden gesetzlichen Bestimmungen.

bst

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