Die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Bremen am 22. Mai 2011 könnte nach Ansicht des Bremer Parteienforschers Lothar Probst so niedrig wie noch nie ausfallen. Die Wähler hätten das Gefühl, die Wahl sei bereits gelaufen, sagte Probst der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag. Es fehlten polarisierende Themen.
Parteienforscher befürchtet historisch niedrige Wahlbeteiligung
Bremen (dapd). Die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Bremen am 22. Mai 2011 könnte nach Ansicht des Bremer Parteienforschers Lothar Probst so niedrig wie noch nie ausfallen. Die Wähler hätten das Gefühl, die Wahl sei bereits gelaufen, sagte Probst der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag. Es fehlten polarisierende Themen. Mehr Wähler als sonst könnten das Gefühl haben, es komme auf ihre Stimme sowieso nicht an, und eher zu Hause bleiben. "Wir haben keine Mobilisierung zur Wahl", sagte Probst.
Auch die rund 10.000 Erstwähler würden bei der Wahl der Bremer Bürgerschaft nicht viel Engagement an den Tag legen. Zu ihnen zählen auch 16 und 17 Jahre alte Jugendliche, die erstmals bei einer Bremer Landtagswahl mitwählen dürfen. Den Erfahrungen zufolge gingen höchstens 50 Prozent der Erstwähler zur Wahl, sagte Probst. Zugute kommen ihre Stimmen ihm zufolge erfahrungsgemäßüberproportional der SPD und den Grünen. Doch gehe es insgesamt nur um 5.000 Stimmen. "Ich gehe davon aus, dass die Erstwähler letztlich nicht so stark ins Gewicht fallen", sagte Probst.
Bei der vergangenen Wahl der Bremer Bürgerschaft 2007 hatte die Wahlbeteiligung bei 57,5 Prozent gelegen. Nun könne es sein, "dass die Wahlbeteiligung noch runtergeht", prognostiziert der Parteienforscher. Das neue, vermeintlich kompliziertere Wahlrecht in Bremen werde nicht der entscheidende Faktor für eine sinkende Wahlbeteiligung sein, sondern die Demobilisierung. Erstmals haben die Bremer am 22. Mai 2011 fünf Stimmen, die sie beliebig auf Parteien und Kandidaten verteilen können.
Laut Umfragen bekommt die SPD die meisten Stimmen, gefolgt von den Grünen, die laut jüngsten Umfragen vor der CDU liegen. Eine grün-schwarze Koalition scheidet Probst zufolge jedoch aus.
dapd
