Generalkoordinator Langendörfer rechnet mit 25 bis 30 Millionen Euro für vier Tage Papstbesuch kostet jeden deutschen Katholiken einen Euro

Der viertägige Papstbesuch im September in Berlin, Erfurt und Freiburg wird die katholische Kirche 25 bis 30 Millionen Euro kosten. "Jeder Katholik ist gewissermaßen mit einem Euro am Zustandekommen der Reise beteiligt", sagte der Generalkoordinator der Reise von Papst Benedikt XVI., Hans Langendörfer, am Montag in Berlin.

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Papstbesuch kostet jeden deutschen Katholiken einen Euro

Berlin (dapd). Der viertägige Papstbesuch im September in Berlin, Erfurt und Freiburg wird die katholische Kirche 25 bis 30 Millionen Euro kosten. "Jeder Katholik ist gewissermaßen mit einem Euro am Zustandekommen der Reise beteiligt", sagte der Generalkoordinator der Reise von Papst Benedikt XVI., Hans Langendörfer, am Montag in Berlin. Dort stellte er die Palette offizieller Fanartikel vor. Sie reichen vom Stift für zwei Euro über T-Shirts, Einkaufstaschen und Baseball-Kappen bis zur Goldmünze für 134,90 Euro.

Langendörfer sagte, die Fanartikel seien eine "wichtige und notwendige Finanzquelle für die Realisierung des Papstbesuchs". Benedikt XVI. kommt vom 22. bis 25. September auf Einladung von Bundespräsident Christian Wulff zu seinem ersten Staatsbesuch nach Deutschland. An vier Tagen feiert er in den Bistümern Berlin, Erfurt und Freiburg fünf Großgottesdienste. Dazu haben sich bereits 175.000 Menschen angemeldet.

Keine Vorabsprachen über politische Themen

Am ersten Tag seines Aufenthalts in Deutschland wird Benedikt XVI. eine Rede im Bundestag halten. Langendörfer sagte, er vermute, dass die Rede mit den ethischen Fundamenten Deutschlands zu tun haben wird. "Es wird eine Rede werden, die sich an die Repräsentanten des Volkes und mithin an die politische Öffentlichkeit wendet." Vorabsprachen über politische Themen, die der Papst ansprechen werde, gebe es keine.

Die zweite zentrale Rede im Konzerthaus in Freiburg wende sich dagegen an die Gesamtgesellschaft, sagte der Prälat, der auch Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz ist. Ob sich der Papst wie bei seinen vorangegangenen Reisen auch mit Missbrauchsopfern treffen wird, wisse er nicht. Er vermute es aber.

Aus dem Olympiastadion wird eine Freikirche

Prälat Ronald Rother, der den Besuch im Erzbistum Berlin koordiniert, kündigte an, aus dem Olympiastadion eine Freiluft-Kirche machen zu wollen: "Wir bauen einen Altar, wir werden ein Kirchenschiff haben sowie Emporen ringsrum, eine Sakristei, mehrere sogar, für den Papst, die Bischöfe und die Priester." Mehr als 70.000 Personen solle die Mitfeier des Gottesdienst ermöglicht werden. Wenn mehr kämen, werde auch das angrenzende Maifeld genutzt.

Für die "Diaspora-Kirche" in Thüringen erwartet Generalvikar Raimund Beck "ein Stück Rückenwind und geistliche Stärke". 82.000 Menschen wollten auf dem Erfurter Domplatz den Papst sehen, aber nur 30.000 hätten eine Zusage bekommen. Grund dafür seien die nach dem Unglück bei der Loveparade in Duisburg verschärften Sicherheitsauflagen. Keine zahlenmäßige Beschränkung gebe es dagegen für die Marienvesper an der Wallfahrtskapelle Etzelsbach im Eichsfeld. Dort werde die Autobahn A38 auf einer Länge von zehn Kilometern "zum leistungsstarken Busparkplatz" umgewidmet.

Domkapitular Peter Birkhofer berichtete, zur Eucharistiefeier am letzten Tag des Papstbesuchs erwarte er bis zu 100.000 Menschen auf dem Flughafengelände von Freiburg. Alle Mitfeiernden könnten "recht bequem" zum Gelände kommen - allerdings müssten sie einen Fußmarsch von 30 bis 45 Minuten einplanen.

Das detaillierte Programm des Papstbesuchs wird Ende Juli vom Vatikan und der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht.

dapd