Mit der Beisetzung in der Wiener Kapuzinergruft hat Otto von Habsburg am Samstag seine letzte Ruhestätte gefunden. Mehrere Tausend Menschen hatten zuvor das Requiem für den ältesten Sohn des letzten regierenden Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn sowie den Trauerzug durch die Wiener Innenstadt verfolgt.
Otto von Habsburg in Wiener Kapuzinergruft beigesetzt
Wien (dapd). Mit der Beisetzung in der Wiener Kapuzinergruft hat Otto von Habsburg am Samstag seine letzte Ruhestätte gefunden. Mehrere Tausend Menschen hatten zuvor das Requiem für den ältesten Sohn des letzten regierenden Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn sowie den Trauerzug durch die Wiener Innenstadt verfolgt. Auf drei Großleinwänden und im Fernsehen wurde die Totenmesse im Wiener Stephansdom übertragen.
Vor rund 1.300 geladenen Trauergästen würdigte der Kardinal von Wien, Christoph Schönborn, Habsburg als einen Menschen, der seiner Berufung treu geblieben sei, obwohl starke Umbrüche in seinem Leben stattgefunden hätten. Neben dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer und seiner Frau saßen in der ersten Reihe das schwedische Königspaar und Fürst Hans Adam von Liechtenstein mit Fürstin Marie. Habsburgs sieben Kinder versammelten sich während der Messe neben dem Altar und sprachen Fürbitten.
Zwei Kilometer langer Trauerzug durch Wiens Innenstadt
Anschließend bewegte sich ein nach Polizeiangaben zwei Kilometer langer Trauerzug hinter dem Sarg durch die Wiener Innenstadt zur Kapuzinerkirche. Mehrere Tausend Menschen beobachteten aus Häusern und hinter Absperrungen die unter Trommelklängen vorbeilaufende Trauerfamilie, Gäste, Klerus, die Garde des österreichischen Bundesheeres, die Ehrenkompanie, Fahnenabordnungen, Studentenverbindungen und zahlreiche Vereine und Verbände in historischer Kleidung.
Vor der Kapuzinergruft, der traditionellen Grablege der Habsburger, wartete ein langjähriger Freund Habsburgs, Ulrich-Walter Lipp, auf den Sarg. Er sprach vor der geschlossenen Eisentür die religiöse und symbolische "Anklopf-Zeremonie", die Habsburg Einlass in seine letzte Ruhestätte gewähren sollte: Nachdem der Zeremonienmeister auf die Frage der Kapuziner-Mönche "Wer begehrt Einlass?" alle Titel Habsburgs nannte und sie antworteten: "Wir kennen ihn nicht!", öffnete sich erst beim dritten Mal die Tür - als Lipp ohne Titel aufzählend sagte: "Otto - ein sterblicher, sündiger Mensch!"
Habsburg mit Ehefrau Regina beigesetzt
Habsburg sollte anschließend im engen Familienkreis und unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit seiner Ehefrau Regina, die im Februar 2010 gestorben war, in der Gruft beigesetzt werden. Der langjährige CSU-Abgeordnete im Europäischen Parlament und Ehrenpräsident der Paneuropa-Union war am 4. Juli im oberbayerischen Pöcking im Alter von 98 Jahren gestorben.
dapd
